
Oslo, 7. November 2025. Im Herbst 2024 vergab die norwegische Wirtschaftsförderagentur Enova SF 777 Millionen NOK an fünf Unternehmen, die den Bau von Anlagen zur Produktion von Wasserstoff angekündigt haben. Bis zum 5. November haben diese Unternehmen ihre Investitionsentscheidung bestätigt. Das heißt: Alle vergebenen Projekte werden realisiert. Dies sei ein entscheidender Schritt zum Aufbau eines Wasserstoffnetzes entlang der norwegischen Küste, vom Oslofjord bis Bodø, teilt Enova mit. Ein Projekt befindet sich bereits im Bau.
Die Projekte sollen dazu beitragen, Wasserstoff als Treibstoff für die norwegische Schifffahrt verfügbar zu machen und ihn somit als Klimalösung in diesem Sektor zu etablieren. Die Anlagen werden Teil eines Netzwerks zur Produktion und Betankung von Wasserstoff sein, das sich entlang der gesamten Küste von Slagentangen im Südosten bis nach Bodø im Norden erstreckt. Diese Entwicklung soll es Reedereien erleichtern, emissionsfreie Lösungen zu wählen und die Emissionen im Schifffahrtssektor um bis zu 200.000 Tonnen CO₂ jährlich zu reduzieren. Dies entspricht etwa fünf Prozent der Emissionen der norwegischen Schifffahrt und Fischerei.
Ziel der Unterstützung durch Enova ist es, die erste funktionierende Wertschöpfungskette für Wasserstoff als Kraftstoff im norwegischen Schifffahrtssektor zu demonstrieren. Bei Erfolg werde die Initiative als Sprungbrett für die weitere Entwicklung und Umstrukturierung des Schifffahrtssektors in Norwegen dienen und auch weltweit positive Auswirkungen haben, heißt es in einer Pressemitteilung.
Diese Projekte werden umgesetzt:
- Slagentangen, Vestfold: GreenH in Zusammenarbeit mit Grieg New Energy und Esso Norge, Unterstützungsbetrag: 144,11 Mio. NOK;
- Egersund, Rogaland: Kaupanes Hydrogen (Hydrogen Solutions, Dalane Energi, Eigersund Næring og Havn), Unterstützungsbetrag: 206 Mio. NOK;
- Florø, Vestland: HyFuel (Hydrogen Solutions, Fjord Base, Sogn og Fjordane Energi), Unterstützungsbetrag: 180 Mio. NOK;
- Kristiansund, Møre og Romsdal: GreenH, Unterstützungsbetrag: 118,66 Mio. NOK
- Bodø, Nordland: GreenH, Unterstützungsbetrag: 128,65 Mio. NOK;
- Kristiansand, Agder: Greenstat. Dieses Projekt erhielt 2022 Unterstützung von Enova und befindet sich bereits im Bau. Fördersumme: 148 Millionen NOK.
„Dies ist ein wichtiger Meilenstein für norwegische Wasserstoffinvestitionen“, sagt Sigmund Ø. Størset, Projektmanager für Wasserstoff und Ammoniak bei Enova. „Mit dem Übergang der Projekte von der Planungs- zur Bauphase machen wir einen großen Schritt hin zu einem verfügbaren Kraftstoff und einer echten Alternative für die Schifffahrt in Norwegen.“
Bisher hat Enova den Bau neuer Schiffe gefördert, damit diese mit Wasserstoff oder Ammoniak vollständig emissionsfrei fahren können. Ab dem nächsten Jahr will sich die Agentur auch die Umrüstung bestehender Schiffe finanziell unterstützen, die neben Diesel dann hauptsächlich mit Wasserstoff und Ammoniak betrieben werden.
Die Antragsfrist für Enovas Förderprogramme für Wasserstoff und Ammoniak in der Schifffahrt wird bis 2028 verlängert.
Im Oktober endete die Antragsfrist für die Förderung des Baus von Ammoniak-Bunkeranlagen. Diese Anlagen bilden die Grundlage für ein erstes Netzwerk, das Ammoniak für die Schifffahrt entlang der Küste bereitstellt. Enova bearbeitet derzeit die Anträge. Bis zum Jahreswechsel sollen die Ergebnisse des Wettbewerbs veröffentlicht werden.
