
Oslo, 9. Oktober 2025. Die acht Oaris-Triebzüge der norwegischen Flytoget müssen vier Jahre nach ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2021 nach erneuten Problemen schon zum zweiten Mal außer Betrieb genommen werden. Die vierteiligen Züge des spanischen Herstellers CAF werden zur Reparatur in Werkstätten in Norwegen und Schweden überführt. Wie Flytoget mitgeteilt hat, werden die Oaris-Züge ein Jahr lang außer Dienst bleiben. Die größte Herausforderung bestehe bei der Installation und der Konfiguration der Außentüren. Darüber hinaus müssten die Dichtungen um die Außenfenster ersetzt werden. Es erscheint als fraglich, ob die acht Züge überhaupt wieder eingesetzt werden.
Die Züge aus Spanien sind seit Beginn ein Desaster. Wegen Rissen an den Drehgestellen mussten die in Norwegen als Type 78 bezeichneten Oaris-Züge schon kurz nach der um vier Jahre verspäteten Inbetriebnahme wieder aus dem Verkehr gezogen werden. Danach wurden die schadhaften Fahrwerke in Spanien nach einer langen Wartezeit endlich ausgetauscht. Erst seit 2023 können die Oaris dauerhaft fahren.
Flytoget wollte sich mit der Beschaffung der eleganten Oaris das Image von Exklusivität verleihen. Anders als beabsichtigt ist dies tatsächlich gelungen. Keine weitere Gesellschaft hat Oaris bestellt. Flytoget hat das Glück, dass sich die in den 1990er Jahren beschafften 16 Triebzüge der Reihe 71 von ADtranz als sehr zuverlässig erweisen und die Aufrechterhaltung des Betriebes sichern.
Bis 2028 werden Flytoget und Vy als zwei staatliche Gesellschaften auf Druck der Regierung fusioniert und erhalten einen einheitlichen Tarif. Wegen hoher Preise nutzen bisher nur wenige Passagiere den Flytoget. Das soll sich mit der Fusion ändern, so dass die stark ausgelastete Gardermobanen nach Oslo effektiver genutzt werden kann.
Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@hispeed.ch
