
Oslo, 9. September. Große Regenmengen entlang der schwedischen Küste von Norrland haben am 7. September zu zwei folgenreichen Entgleisungen von Güterzügen geführt. Bei Örnsköldsvik auf der Botniabanen entgleiste ein Arctic Rail Express auf der Fahrt von Narvik über Schweden nach Oslo. Das Erdreich unter den Schienen war teilweise weggespült worden. Mehrere Wagen liegen im Wasser des Stugusjön. Der verunglückte Güterzug ist teilweise mit Munition, Lithiumbatterien und Dieseltreibstoff beladen.
Auch bei Långsele ist ein mit Holz beladener Zug entgleist. Dabei wurden 500 Schwellen und mehrere Fahrleitungsmasten beschädigt. Damit sind sowohl die Botniabanen als auch die Stambanan nach Nordschweden für noch unbestimmte Zeit unterbrochen. Auf diesen Hauptstrecken wird ein sehr lebhafter Güterverkehr abgewickelt. Betroffen sind ebenso Reisezüge. Die Inlandsbanan, als dritte Nord-Süd-Verbindung, ist für Umleitungsgüterzüge wegen des auf 20 Tonnen beschränkten Achsdrucks nur teilweise geeignet und hat dennoch solche Transportaufgaben schon mehrfach geleistet.
Auch Norwegen ist von diesen Ereignissen in Schweden betroffen. Weil die Nordlandsbanen bei Levanger infolge eines Erdrutsches und instabilem Gelände auf längere Dauer unterbrochen ist, hat CargoNet damit begonnen, als Alternative zusätzliche Arctic Rail Express von Narvik über Schweden nach Oslo anzubieten. Diese Ausweichmöglichkeit entfällt damit.
Juerg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@hispeed.ch
