
30. Juli 2025. Die norwegische BLS Rail AS, Tochtergesellschaft der schwedischen BLS Rail AB, hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 60 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr betrug der Verlust des Unternehmens über acht Millionen Kronen und die Verluste haben sich auch 2025 fortgesetzt. Es ist nach der Ofotbanen AS, der Cargolink AS und Green Cargo Norge die inzwischen vierte Güterbahn, die in Norwegen gescheitert ist. Als Grund werden der harte Wettbewerb und die für den Schienentransport unvorteilhaften Rahmenbedingungen angegeben. Hinzu kommen die immer häufigeren Streckenunterbrechungen. Auf der Dovrebanen von Oslo nach Trondheim war die Strecke in den vergangenen zwei Jahren jeweils mehrere Monate gesperrt. Dadurch kam es zu massiven Einnahmeausfällen und zur Erschöpfung der Liquidität. Trotzdem kann sich der Staat nicht dazu entschließen, die topographisch einfachere Rørosbanen zu einer leistungsfähigen Alternativstrecke auszubauen.
Die BLS Rail AS hat seit rund zwei Jahren Güterzüge des Kombinierten Verkehrs zwischen Oslo Alnabru und Stavanger, Bergen sowie Trondheim betrieben. Für die Traktion wurden eigene und gemietete Lokomotiven eingesetzt. Die Auslastung der Züge war jedoch geringer als erhofft und die Zeit reichte nicht, um sich neben der staatlichen Cargonet und den privaten Anbietern Onrail und Grenland Rail etablieren zu können. Die vom Staat erhobenen Trassengebühren waren deshalb im Verhältnis zu den Einnahmen zu hoch. Auch fallen die Stromkosten wegen den steigungsreichen einspurigen Strecken und den vielen Halten für Kreuzungszüge hoch aus. Zudem beklagt die BLS Rail, dass die staatliche Cargonet von der Regierung finanzielle Unterstützungen erhält. Das Unternehmen sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung. Nun wird sich BLS Rail auf den Güterverkehr in Schweden konzentrieren. Weiterhin gefahren werden monatlich zehn Züge mit Zellstoff von Norwegen nach Schweden.
Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@hispeed.ch
