
Oslo, 20. Juni 2025. Norwegens Regierung prüft die Möglichkeit, die Errichtung neuer Rechenzentren in Norwegen, die Kryptowährungen mit der stromintensivsten Technologie schürfen, im Herbst 2025 vorübergehend zu verbieten. Dafür hat die Regierung eine Untersuchung zum Verbrauch speziell dieser Datencenter eingeleitet. Ziel der Maßnahme ist es, Strom, Netzwerkkapazität und Fläche für andere Zwecke freizugeben. Auf andere Rechenzentren soll das vorübergehende Verbot keine Auswirkungen haben.
„Die Regierung der Arbeiterpartei hat die klare Absicht, das Mining von Kryptowährungen in Norwegen so weit wie möglich einzuschränken. Das Mining von Kryptowährungen ist sehr energieintensiv und bringt der lokalen Bevölkerung wenig Arbeitsplätze und Einkommen. Diese Energie könnten wir anders nutzen – in der Industrie oder für den Betrieb sozial nützlicher Rechenzentren“, sagt Karianne Tung, Ministerin für Digitalisierung und öffentliche Verwaltung. Tung erklärte in einer Antwort an das Storting, dass ein Drittel des gesamten Stroms für Rechenzentren im Jahr 2023 für die Produktion von Kryptowährungen verwendet wurde.
Die Untersuchung basiert auf der Grundlage des Planungs- und Baugesetze und konzentriert sich auf Rechenzentren, die hauptsächlich energieintensives Kryptowährungs-Mining betreiben. Die Regierung strebt an, die Untersuchung im Herbst 2025 abzuschließen.
Norwegen sei ein attraktives Land für das Mining von Kryptowährungen, unter anderem aufgrund niedriger Strompreise, eines erneuerbaren und stabilen Stromnetzes und eines Klimas, das zu geringeren Kühlkosten beitragen kann, teilt die Regierung mit. Elektrische Energie sei der wichtigste Inputfaktor beim Mining von Kryptowährungen.
„Der Strombedarf in Norwegen steigt, und es müssen mehr Kraftwerke und Netze gebaut werden. Durch ein Verbot des energieintensiven Minings von Kryptowährungen können wir Land, Strom- und Netzkapazitäten für andere Zwecke freisetzen, die mehr Wertschöpfung, Arbeitsplätze und die Reduzierung von Treibhausgasemissionen fördern. Wir prüfen derzeit ein vorübergehendes Verbot auf Grundlage des Planungs- und Baugesetzes“, sagt Energieminister Terje Aasland.
Es ist ungewiss, wie groß das Problem des Krypto-Minings in Norwegen in Zukunft werden wird. Das neue Gesetz zur elektronischen Kommunikation (Elkomloven) verpflichtet Rechenzentren zur Abgabe einer Schätzung, wie viel Strom für das Krypto-Mining versendet wird. Die Frist zur Registrierung endet am 1. Juli. Dann hofft Tung auf konkreten Zahlen bezüglich des Stromverbrauchs des Krypto-Minings.
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