
Oslo, 2. Juni 2025. Nachdem thyssenkrupp Marine Systems GmbH und die norwegische Ulstein Verft im März dieses Jahres eine Absichtserklärung zur industriellen Zusammenarbeit für den Fall unterzeichneten, dass das deutsche Unternehmen den Auftrag zum Bau der nächsten modernen Fregatten der Königlich Norwegischen Marine erhält, bringt sich der deutsche Schiffsbau-Spezialist jetzt auch bei dem norwegischen Technologie- und Rüstungskonzern Kongsberg Defence & Aerospace (KONGSBERG) in Stellung. Die beiden Unternehmen unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung, um die industrielle Zusammenarbeit weiter auszubauen und so die Verteidigungsbedürfnisse Norwegens, Deutschlands und anderer verbündeter Länder zu unterstützen. Das Abkommen soll vor allem das Vertrauen zwischen den Parteien stärken und eine verstärkte technologische Zusammenarbeit in den kommenden Jahren ermöglichen, teilten die beiden Unternehmen mit.
Im Jahr 2024 wählte das norwegische Verteidigungsministerium Deutschland als eines von vier Ländern aus, für die eine mögliche strategische Zusammenarbeit im Zusammenhang mit der Lieferung neuer Fregatten in Betracht gezogen werden sollte. Neben dem deutschen Typ F127 stehen der britische Typ 26, die amerikanische Constellation-Klasse und die französische FDI zur Wahl. Nun geht der Wettbewerb um diesen Großauftrag in die heiße Phase. Die Fregattenaufträge haben einen Wert von 100 Milliarden NOK.
„KONGSBERG und thyssenkrupp Marine Systems arbeiten seit mehreren Jahren eng bei U-Boot-Programmen zusammen. Mit dieser neuen Vereinbarung können wir auf der erfolgreichen Partnerschaft zwischen den Unternehmen und zwischen den Branchen unserer beiden Länder aufbauen. Gleichzeitig stärkt es unsere Fähigkeit, sowohl den norwegischen als auch den deutschen Verteidigungsstreitkräften fortschrittliche maritime Fähigkeiten bereitzustellen“, sagt Eirik Lie, CEO von Kongsberg Defence & Aerospace.
Durch strategische Industriekooperationen und eine gemeinsame Vorgehensweise wollen die Unternehmen den Grundstein für Wertschöpfung, Technologietransfer und Investitionen mit positiven Auswirkungen auf nationaler und internationaler Ebene legen.
Die Vereinbarung soll es den Unternehmen ermöglichen, eine langfristige Zusammenarbeit im Rahmen bestehender und zukünftiger gemeinsamer Projekte in mehreren militärischen Bereichen zu prüfen. Zu den relevanten Bereichen zählen das norwegische Vanguard-Konzept, die strategische lebenslange Unterstützung für neue Fregatten, Präzisionswaffen, maritime Überwachungs- und Zielsysteme sowie die Lieferung von Systemen an Fregatten und andere Marineschiffe in beiden Ländern.
Wie es in einem Kommentar der norwegischen Zeitung DN.no heißt, würden die Deutschen eine hochmoderne Fregatte anbieten, die allerdings nicht ganz den Anforderungen Norwegens entspricht. Norwegen legt wie bereits bei der Auftragsvergabe beim Bau von U-Booten an thyssenkrupp Marine Systems großen Wert auf die Einbeziehung der norwegischen Industrie in den Bau der Fregatten.
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