
Oslo, 19. Mai 2025. Am 10. Juni werden die drei Anbieter, die noch im Wettbewerb um den Bau des Stad-Schiffstunnels im Rennen sind, ihre Angebote vorlegen. Dann erhält die norwegische Küstenverwaltung konkrete Angaben über die Baukosten des ersten Schiffstunnels der Welt. Das Bauvorhaben selbst wird im Rahmen eines Turnkey-Vertrages durch einen Generalunternehmer durchgeführt. Die Ankündigung erfolgte im Jahr 2024, 2026 sollen die Bauarbeiten beginnen.
Bei den Wettbewerbern handelt es sich um
- das Joint Venture Skanska Norge AS und Vassbakk & Stol AS (Norwegen)
- AF Group Norway AS (Norwegen)
- Eiffage Génie Civil (Frankreich).
„Zu den Preisen wissen wir aktuell noch nichts, aber am 10. Juni gibt es ein erstes Bild. Anschließend folgen Verhandlungsrunden sowohl zum Preis als auch zu anderen Vergabekriterien“, sagt Harald Inge Johnsen, Projektmanager für den Stad-Schiffstunnel bei der norwegischen Küstenverwaltung.
In dieser Woche findet ein letztes Klärungstreffen mit den Unternehmen statt. „Ziel ist es, den Bietern die bestmögliche Grundlage für die Erstellung guter und realistischer Angebote zu geben. Wir haben einen engen und konstruktiven Dialog geführt und wertvolle Anregungen und Austauschmöglichkeiten erhalten, unter anderem zu Antriebsmethoden und Materialauswahl. Es gab auch Verbesserungsvorschläge für Anforderungen und Lösungen“, sagt Johnsen.
Die erzielten Preise werden für den weiteren Projektverlauf ausschlaggebend sein. Überschreiten sie den genehmigten Kostenrahmen, muss ein neuer Kostenrahmen vom Storting genehmigt werden. Bleiben die Kosten im Rahmen, bedarf es für den Baubeginn lediglich einer Anschubfinanzierung aus dem Staatshaushalt.
„Nach dem 10. Juni werden wir in eine echte Verhandlungsphase eintreten. Aus Rücksicht auf den Wettbewerb können wir keine detaillierten Preise oder andere sensible Informationen bekannt geben. Wir stehen aber mit dem Ministerium für Fischerei und Küstenangelegenheiten im engen Dialog über die Kosten und den weiteren Verlauf“, so Johnsen.
Die norwegische Küstenverwaltung wurde mit dem Bau des Stad-Schiffstunnels beauftragt.
Das Ziel des Stad-Schiffstunnelprojekts besteht darin, die Zugänglichkeit und Sicherheit für den Seetransport hinter Stad zu verbessern, dem wahrscheinlich wetterexponiertesten und gefährlichsten Meeresabschnitt entlang der norwegischen Küste. Darüber hinaus wird das Projekt optimiert, um weitere Vorteile zu erzielen.
Der Schiffstunnel wird dort gebaut, wo die Halbinsel Stad am schmalsten ist, zwischen Moldefjord und Kjødepollen, im Vanylvsfjord. Der Tunnel wird 1,7 Kilometer lang (2,2 Kilometer mit Einfahrtsbereichen), 50 Meter hoch und 36 Meter breit sein. Damit können Schiffe bis zur Größe der Kystruten/Hurtigruten sicher an Stadlandet vorbeifahren.
