Statkraft legt Plan zur Modernisierung des Kraftwerks Nore vor

Das Kraftwerk Nore I ging 1928 in Betrieb. Es gehört zu den ältesten, noch in Betrieb befindlichen Wasserkraftwerken Europas.©Statkraft

Oslo, 2. Mai 2025. Das norwegische Energieunternehmen Statkraft AS hat eine Lizenz zur Modernisierung seiner Wasserkraftwerke Nore in Nore und Uvdal in Buskerud beantragt. Vier Milliarden NOK will Statkraft zur Erhöhung der Stromproduktion investieren. Durch die Modernisierung von Kraftwerken, die bereits umfangreiche Sanierungsarbeiten benötigen, lasse sich die Kapazität erhöhen und in manchen Fällen sogar die Energieproduktion aus der gleichen Wassermenge steigern, teilt das Unternehmen mit.

Die Nore-Kraftwerke bestehen aus den Kraftwerken Nore I und Nore II. Nore I wurde 1928 fertiggestellt, Nore II nahm 1946 die Produktion auf. Die Anlagen liegen am Fluss Numedalslågen. Nore I gehört zu den ältesten, noch in Betrieb befindlichen Kraftwerken Europas und ist zudem ein spektakuläres und denkmalgeschütztes Bauwerk.

„In den kommenden Jahren wird Statkraft das Wasserkraftsystem der nächsten Generation bauen und bis 2030 mit fünf großen Modernisierungsmaßnahmen beginnen. Der Lizenzantrag für die Modernisierung und Erweiterung der Nore-Kraftwerke ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung“, sagt Birgitte Ringstad Vartdal, Präsidentin und CEO von Statkraft.

Als das erste Nore-Kraftwerk gebaut wurde, war es das größte des Landes und produzierte ein Fünftel des gesamten norwegischen Stroms. Das Kraftwerk sei auch ein Katalysator für die Industrialisierung Oslos gewesen. „Und jetzt, hundert Jahre später, werden wir sicherstellen, dass es die norwegische Gesellschaft für weitere hundert Jahre mit Strom versorgt“, so Vartdal.

Statkraft erwägt zwei Alternativen für die Modernisierung: die Zusammenlegung der Anlagen zu einem neuen Kraftwerk im Berginneren oder die Verlagerung der beiden Kraftwerke von ihrem derzeitigen Standort in den Berg hinein. Die erste Alternative würde die Kapazität von 274 auf 500 MW nahezu verdoppeln und die Stromproduktion um rund 200 GWh auf etwa 1700 GWh steigern. Die zweite Alternative würde die kombinierte Kapazität um 65 MW erhöhen und die Produktion um rund 150 GWh steigern.

„Im Stromsystem der Zukunft wird es einen großen Bedarf an einer geregelten Produktion geben, um in kurzer Zeit mehr Strom liefern zu können. Deshalb suchen wir ständig nach Möglichkeiten, die Kapazität unserer Anlagen zu erhöhen. Mehr Kapazität kann dazu beitragen, Preisspitzen zu reduzieren, da immer mehr unregulierter erneuerbarer Strom in den Strommix einfließt. Das neue Kraftwerk Nore wird sowohl für die Region als auch für ganz Norwegen von Bedeutung sein“, erklärt Statkraft-Projektleiterin Hanne Kristin Ommedal.

Statkraft strebt in den kommenden Jahren die Beantragung von Lizenzen für mehrere größere Kapazitätserweiterungen an. Insgesamt soll dies die installierte Kapazität von Statkraft in Norwegen um über 20 Prozent auf 1.500 bis 2.500 MW erhöhen. Dies sei eine Möglichkeit, den Bedarf des zukünftigen Stromsystems zu decken. Eine endgültige Investitionsentscheidung für die Modernisierung der Nore-Kraftwerke kann erst nach Erteilung der Lizenz getroffen werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Statkraft ist Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energien. Der Konzern erzeugt Strom aus Wasser, Wind, Sonne und Gas, liefert Fernwärme und ist weltweit ein bedeutender Akteur im Energiehandel. In Deutschland gehört Statkraft zu den zehn größten Onshore-Windpark-Betreibern. Als Anbieter von Grünstrom-Power Purchase Agreement in Europa unterstützt Statkraft Unternehmen dabei, mithilfe von maßgeschneiderten Lieferverträgen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen ihren Betrieb zu dekarbonisieren und sich gleichzeitig gegen die Preisschwankungen auf dem Strommarkt abzusichern. Gegenwärtig entwickelt das Unternehmen zwei Anlagen für die Herstellung von grünem Wasserstoff in Emden.  

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