
Oslo, 23. April 2025. Um die internationale Eisenbahnstrecke Meråkerbanen von Trondheim nach Storlien in Schweden wiederzubeleben, wird die 70-Kilometer-lange-Strecke derzeit elektrifiziert. Gegenwärtig befahren lediglich zwei Reisezugpaare die Meråkerbanen. Auf dem Grenzbahnhof Storlien muss auf die Anschlusszüge nach Östersund umgestiegen werden. Norwegen investiert 2,1 Milliarden Kronen als Vorleistung auf eine erhoffte grenzüberschreitende Verkehrszunahme. Doch wie das schwedische Trafikverket im April mitgeteilt hat, wird es aus Kostengründen auch weiterhin keine Reisezüge mehr von Stockholm nach Trondheim geben.
Die früheren als „Nabotåget“ bezeichneten Direktzüge wurden 2007 abgeschafft. Die Schweden akzeptierten keine norwegischen Dieselzüge mehr unter elektrischem Fahrdraht, denn
die schwedische Mittbanan als Fortsetzung von Storlien nach Östersund ist bereits seit 70 Jahren elektrifiziert. Der direkte Nachtzug mit Schlafwagen von Trondheim nach Stockholm wurde schon im Jahr 2000 aufgegeben. Auch Güterzüge fahren nicht mehr über die Merkåkerbanen.

Für Norwegen bedeutet die schwedische Entscheidung eine herbe Enttäuschung. Allerdings wurden zuvor mit Schweden keine Vereinbarungen für künftige internationale Reisezüge getroffen. Nach dem „Njet“ für Fernzüge verbleibt Norwegen noch die Hoffnung für elektrische Regionalzüge der schwedischen Norrtåg, die wie die gestrichenen Nabotåget wieder zwischen Östersund und Trondheim verkehren würden. Die Norrtåg ist eine regionale Verkehrsgesellschaft im Eigentum der Provinzen Norrbotten, Västerbotten, Västernorrland und Jämtland.
Noch bis Juni wird die Meråkerbanen wegen Schäden durch Überschwemmungen unterbrochen sein.
Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@hispeed.ch
