Norwegens Küstenverwaltung bestellt neuen Satelliten zur Ozeanüberwachung

Einsatzjahr der norwegischen Satelliten zur Überwachung der Ozeane – drei Satelliten werden voraussichtlich noch in diesem Jahr außer Betrieb gestellt. Der jetzt bestellte Satellit soll 2026 einsatzbereit sein.©Kystverket

Oslo, 20. Februar 2025. Die norwegische Küstenverwaltung Kystverket hat einen neuen AIS-Satelliten bestellt. Den Wettbewerb um die Ausschreibung der norwegischen Raumfahrtagentur Norsk Romsenter für den Start des AISSat-4 gewannen die Canadian Space Flight Laboratories (SFL), die bereits mehrere kleinere Satellitenmissionen für Norwegen entwickelt haben. Der Satellit für erdnahe Umlaufbahnen werde bereits 2026 betriebsbereit sein, teilt die Küstenverwaltung mit. AISsat-4 werde eine wertvolle Ergänzung zu einem Zeitpunkt sein, an dem sich mehrere der aktiven Satelliten dem Ende ihrer erwarteten Lebensdauer nähern, erklärte Küstendirektor Einar Vik Arset.

AISSat-4 ist kleiner als die anderen norwegischen Satelliten und hat einen AIS-Empfänger als einzige Nutzlast. Es kann über stark befahrenen Gewässern mindestens 1,5 Millionen AIS-Signale pro Tag in hoher Auflösung registrieren. Der Preis wird bei etwa 15 Millionen NOK liegen und damit auf dem gleichen Preisniveau wie AIS-Sat-2, der 2014 gestartet wurde.

Aktuell verfügen die norwegische Küstenverwaltung und das norwegische Raumfahrtzentrum über fünf Meeresüberwachungssatelliten: NorSat-1, -2, -3, -4 und NorSat-TD. NorSat-1 und -2 sind mittlerweile acht Jahre alt und werden voraussichtlich 2025 außer Betrieb genommen, teilt die Küstenverwaltung mit. Dasselbe gelte für NorSat-TD, der 2024 bei Sonnenstürmen beschädigt wurde und deshalb voraussichtlich bereits 2025 seine Tätigkeit einstellt. Dies bedeutet, dass die Küstenverwaltung noch in diesem Jahr lediglich zwei Satelliten besitzen wird.

„Wir arbeiten seit langer Zeit mit SFL zusammen und sind zuversichtlich, dass die Entwicklung von AISSat-4 wie geplant verlaufen wird. Wichtig ist auch, dass wir an Bord dieses neuen Satelliten einen bewährten AIS-Empfänger verwenden – entwickelt und produziert von der norwegischen Industrie“, sagt Christian Hanssen-Hauglie, CEO des Norwegischen Raumfahrtzentrums. Angesichts der Erfahrungen aus dem allerersten, im Jahr 2010 gestarteten AIS-Satelliten handelt es sich bei dieser jüngsten Bestellung eher um ein Produkt von der Stange als um ein Forschungsprojekt“, erklärt Sivert Bakken, Projektmanager für AISsat-4 am norwegischen Raumfahrtzentrum. Nicht zuletzt hätten sich sowohl die Dienste als auch die Infrastruktur, die zum Empfangen, Teilen und Verwenden der Daten von AISSat-4 erforderlich sind, über mehrere Jahre hinweg bewährt.

Am 15. Januar dieses Jahres wurde der norwegische Satellit NorSat-4 ins All geschickt. Der Start wurde von SpaceX mit einer Falcon-9-Rakete vom Vandenberg Space Force Base in Kalifornien durchgeführt. NorSat-4 ist das siebte von SFL für die norwegische Raumfahrtagentur (NOSA) entwickelte Raumfahrzeug und verfügt über einen Schiffsverfolgungsempfänger der fünften Generation mit einem automatischen Identifikationssystem (AIS) und einer einzigartigen Kamera zur Bildgebung bei schwachem Licht.©FFI

Die Daten des neuen Satelliten werden von Bodenstationen der norwegischen Küstenverwaltung und des norwegischen Raumfahrtzentrums in Vardø und Tromsø heruntergeladen und direkt an die norwegische Küstenverwaltung übermittelt. Mehrere andere Behörden und Organisationen, wie beispielsweise das Blue Justice Ocean Surveillance Program, erhalten AIS-Daten von der norwegischen Küstenverwaltung, um Meeresgebiete zu überwachen – unter anderem, um illegale Fischerei zu verhindern.


Fakten zum AISat-4

Eigentümer: Norwegische Küstenverwaltung
Abmessungen: 10 x 20 x 30 Zentimeter und Gewicht knapp über 6 Kilogramm
Nutzlast: AIS-Empfänger Typ ASR C-50 von Kongsberg Discovery, der über stark befahrenen Gewässern mindestens 1,5 Millionen eindeutige AIS-Signale pro Tag in hoher Auflösung registrieren kann
Preis: 15 Millionen Kronen
Gebaut von: Canadian Space Flight Laboratories
Steuerung im Orbit durch: Statsat
Koordinator: für Bau/offizieller Betreiber: Norwegische Raumfahrtagentur

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