
Oslo, 12. Februar 2025. Norwegens Exporte im Bereich der Gesundheitsindustrie wachsen, jedoch gibt es weniger Produktion, weniger neue Patente und einen großen Mangel an Risikokapital. Das stellen die Autorender diesjährigen Ausgabe von „Value of the Healthcare Industry“ von MENON Economics mit dem Schwerpunkt auf den Export fest. In diesem Jahr wurde der Bericht von Innovation Norway und einem Konsortium verschiedener Akteure der Gesundheitsbranche in Auftrag gegeben.
Der Bericht zeigt ein komplexes Bild der norwegischen Gesundheitsbranche. Es bestehe ein kontinuierliches Aktivitätswachstum durch Umsatz-, Beschäftigungs- und Exportsteigerungen. Gleichzeitig nehme die Exportkonzentration zu und die Profitabilität der Gesundheitsbranche habe in den letzten Jahren abgenommen. Auch bei den Investitionen sei kein nennenswertes Wachstum zu verzeichnen.
Die Gesundheitsbranche erzielte im Jahr 2023 einen Umsatz von 76 Milliarden NOK, war für eine Wertschöpfung von 22 Milliarden NOK verantwortlich und beschäftigte 13.300 Menschen. In den vergangenen zehn Jahren habe die Gesundheitsbranche ein kontinuierliches Wachstum erfahren; seit 2014 seien die Umsätze und die Beschäftigung jedes Jahr gestiegen. Von 2014 bis 2023 sei der Umsatz jährlich um durchschnittlich sieben Prozent gewachsen, während die Beschäftigung im Schnitt um drei Prozent zunahm. Obwohl der Umsatz gestiegen ist, sei die Rentabilität der Unternehmen seit 2020 zurückgegangen.
Auch die Exporte der Gesundheitsbranche haben in den letzten Jahren zugenommen und beliefen sich im Jahr 2023 auf 27 Milliarden NOK, heißt es in dem Bericht. Ein Teil des Anstiegs sei auf den schwachen Wechselkurs der Krone zurückzuführen. Gleichzeitig handele es sich um eine anfällige Branche, da ein sehr großer Teil der Exporte der Gesundheitsindustrie auf wenige Unternehmen konzentriert ist. Die acht größten Unternehmen waren im Jahr 2023 für 88 Prozent der Exporte der Gesundheitsbranche verantwortlich.
„Wir müssen das nationale Team stärken, aber wir brauchen auch mehr Unternehmen, die exportieren“, sagt Tone Varslot Stave, Leiterin der Exportinitiative für die Gesundheitsbranche bei Innovation Norway. Die Anfälligkeit nehme zu, da sich mehrere der Unternehmen in ausländischem Besitz befinden. Dies bedeute ein noch größeres Risiko, die nachhaltige Produktion aus Norwegen in Länder zu verlagern, die dafür bessere Rahmenbedingungen bieten.

Innovation Norway hebt den Anstieg der Zahl von Unternehmen in der Frühphase als erfreulich hervor. Der Bericht zeige jedoch auch, dass es sich bei einem großen Teil der Startups um J-Kurven-Unternehmen handelt, die sich am unteren Ende eines J-förmigen Rentabilitätstrends befinden. Sie sind potenziell profitabel, stehen jedoch vor Herausforderungen bei der Kommerzialisierung und Skalierung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Die J-Kurve entsteht, wenn ein Startup in die Entwicklung und Markteinführung investiert. In dieser Anfangsphase sind die Kosten hoch und die Einnahmen niedrig. Das Unternehmen befindet sich in einer Verlustphase, die oft mehrere Jahre dauern kann.
„Ein hoher Anteil von J-Kurven-Unternehmen weist auf einen Mangel an Risikokapital hin, um sie weiter voranzubringen. Wir haben viele gute Ideen, aber nur wenige Akteure, die in Gesundheitstechnologie investieren. Gesundheitsunternehmen konkurrieren um allgemeine Mittel, sollten aber einen staatlichen Investitionsfonds nach dem Vorbild von Nysnø haben“, sagt Stave.
Innovation Norway hebt außerdem die Erkenntnisse des Berichts hervor, dass in Norwegen weniger Menschen in der Gesundheitsindustrie arbeiten. Eine geringere Produktion deute auf einen Mangel an Anreizen hin. „Wenn es uns nicht gelingt, Investitionen in Forschung und Entwicklung in die Produktion umzuwandeln, entgehen uns eine Menge Wissen, hochproduktive Arbeitsplätze und möglicherweise hohe Exporterlöse“, meint Stave.

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