Norwegen in der Ölfalle: Neuerscheinung im Kagge Verlag „Das Land, das zu reich wurde“

Oslo, 16. Januar 2024. Anfang Januar ist im Sachbuchverlag Kagge Forlag in Oslo das Buch „Landet som ble for rikt“ (Das Land, das zu reich wurde) von Martin Bech Holte erschienen. Bech Holte ist einer der bestvernetzten Manager in Norwegen. Er leitete unter anderem die norwegische Tochter der Beratungsgesellschaft von McKinsey & Co. und war Direktor beim Öl- und Gasdienstleister Aker Solutions. Entsprechend schenkten die Politik, die Wirtschaftswelt und die Medien dem Buch große Aufmerksamkeit.

Bech Holte stellt die Frage, warum Norwegen in die Ölfalle getappt ist. „Im Jahr 2013 hatten wir die beste Kombination aus Wohlstand, Gesundheit und Glück auf der Welt. Dann wurde das Wachstum durch Stagnation ersetzt“, schreibt der Autor. „Der Staat ist reich, aber der Ölfonds werde auf eine Weise eingesetzt, die zu einer Reihe von Folgefehlern führt: Die Staatsausgaben steigen. Sowohl norwegisches als auch ausländisches Kapital werde aus dem Land abgezogen. Die Norweger glauben, dass der Staat für sie spart, und haben eine enorm hohe Verschuldung mit großem Risiko. Ohne den Raketenantrieb, den die Wirtschaft braucht, wird es stattdessen zu einem anhaltenden Abschwung kommen.“

Bech Holte ist der Ansicht, dass der Erfolg Norwegens mehr vom norwegischen Festland als vom Öl und dem Ölfonds abhängt. Der Staat sei „so reich geworden, dass er undiszipliniert und arrogant wurde“. Dies sei auf einen „Konstruktionsfehler“ im Ölfonds zurückzuführen. Er glaubt, dass die Verwaltung des Ölfonds, einschließlich der Rolle der Norges Bank als Manager und des damit verbundenen Verhaltenskodex, gut funktioniert. „Aber die Menschen neigen dazu, sich auszuruhen, wenn sie können, und der Ölreichtum hat es uns ermöglicht, uns aus Problemen freizukaufen, anstatt sie zu lösen. Dadurch sei eine Ruhefalle entstanden“, sagte er gegenüber e24.no. „Die Grundlage für eine Stärkung und Weiterentwicklung der öffentlichen Wohlfahrtssysteme wird in erster Linie von der Wachstumsfähigkeit der Festlandwirtschaft abhängen“, heißt es in dem Buch. Das Geld sollte vor allem dafür verwenden, die Arbeit extrem niedrig zu besteuern. Vorzugsweise negative Arbeitssteuer für Geringverdiener. Das bedeute, dass diejenigen, die am Rande stehen und sich fragen, ob sie am Arbeitsleben teilnehmen sollen oder nicht, sich für die Teilnahme entscheiden.

Das Buch ist derzeit nur in norwegischer Spracher erhältlich. Wir informieren Sie, sobald eine deutsche Übersetzung vorliegt.

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