
Oslo, 13. Januar 2024. Noch nie sind in Norwegen mehr Menschen mit der Bahn gefahren als im Jahr 2024. Statistiken der Eisenbahndirektion gehen im vergangenen Jahr von 83 Millionen Zugfahrten aus. Das sind fünf Millionen mehr als im Jahr 2023. In etwas mehr als zehn Jahren ist die Zahl um 30 Prozent gestiegen. Gleichzeitig lässt die Pünktlichkeit immer weiter nach. In seiner Eisenbahnrede am 13. Januar versprach Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård, Wartung und Erneuerung zu priorisieren.
Das Pünktlichkeitsziel der Eisenbahn in Norwegen liegt bei 90 Prozent. Im Jahr 2024 fuhren allerdings nur 86,1 Prozent für Personenzüge und 74,8 Prozent für Güterzüge nach Fahrplan, verglichen mit 87,6 Prozent bzw. 75,5 Prozent im Jahr 2023.
„In der Eisenbahnrede im letzten Jahr war ich ehrgeizig, als ich versprach, dass mehr Züge planmäßig fahren würden. So hat es nicht geklappt. Dennoch gebe ich das Versprechen der Pünktlichkeit nicht auf. Jeder, der die Eisenbahn nutzt, verdient sowohl eine Regierung als auch einen gesamten Eisenbahnsektor, der sich für ihn engagiert“, sagt Nygård.
Sowohl im Nationalen Verkehrsplan für den Zeitraum 2025-2036 als auch im Eisenbahnhaushalt für 2025 wird mehr Geld für eine bessere Pflege der Infrastruktur bereitgestellt. Im diesjährigen Staatshaushalt sind die Mittel für Betrieb und Wartung im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent gestiegen. Bei der Infrastrukturerneuerung beträgt die Steigerung 38 Prozent.
„Wir haben Maßnahmen ergriffen. Wartung und Erneuerung hatten jahrzehntelang keine Priorität, aber wir tun dies jetzt. Zum ersten Mal seit langem wird mehr Geld für die Instandhaltung der Eisenbahn bereitgestellt als für neue Großprojekte“, so der Verkehrsminister. Er wies auch darauf hin, dass noch nie sind so viele Reisende mit der Bahn gefahren sind wie im vergangenen Jahr. Das bedeute, dass viele auch mit dem Bahnangebot zufrieden sind. In Norwegen habe es eine kleine Eisenbahnrevolution gegeben, das Angebot habe sich verbessert. Es habe schnellere Fahrten, neue Züge und mehr Abfahrten gegeben. Dadurch hätten sich völlig neue Möglichkeiten zum Wohnen und Arbeiten eröffnet. Ziel sei es natürlich, dass sich künftig noch mehr Reisende für die Bahn entscheiden. „Wenn das Storting mehrere Milliarden NOK mehr für die Instandhaltung und Erneuerung der Infrastruktur bereitstellt, erwarte ich, dass das Geld sowohl effektiv als auch ergebnisorientiert eingesetzt wird.“
Vor Weihnachten erhielt das Verkehrsministerium einen Bericht mit 50 Maßnahmen, die zu mehr Pünktlichkeit beitragen sollen. Neue und stabilere Personenzüge, die Fertigstellung neuer Bahnanlagen und die Einführung des neuen digitalen Signalsystems ERTMS seien beispielsweise wichtige Maßnahmen, die dazu beitragen werden, dass es in den kommenden Jahren zu weniger Verspätungen und Ausfällen kommt, heißt es in einer Pressemitteilung.
Nygård verwies darauf, dass es in Norwegen ein Bevölkerungswachstum geben werde, nicht zuletzt in größeren Ballungsräumen. Daher soll das Bahnangebot attraktiv werden. „Dann müssen wir weiterhin Maßnahmen priorisieren, die sicherstellen, dass die Züge fahren, wann sie sollen, damit Menschen und Gütereigentümer Vertrauen in die Bahn haben und sich für klimafreundliche Verkehrsmittel entscheiden können“, sagt Nygård.
