Norwegischer Energiekonzern Equinor mit endgültiger Investitionsentscheidung für CCS-Projekt in Großbritannien

Während Deutschland noch nicht einmal eine Gesetzgebung zum Transport und zur Lagerung von Kohlendioxid hat, startet in Großbritannien jetzt das erste Projekt – mit norwegischer Beteiligung.©Equinor

Oslo, 10. Dezember 2024. Der norwegische Energiekonzern Equinor AS hat nach der endgültige Investitionsentscheidung die Finanzierung zur Realisierung von zwei der ersten britischen Projekte zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) in Teesside abgeschlossen. Bei den Projekten handelt es sich um Northern Endurance Partnership (NEP), die CO2-Lagerung unter dem Meeresboden, und Net Zero Teesside Power (NZT Power), den Bau eines Gaskraftwerkes mit CO2-Abscheidung. Die Projekte sollen zur Dekarbonisierung der kohlenstoffintensivsten Region Großbritanniens beitragen. 2025 soll der Bau beginnen, die Inbetriebnahme ist ab 2028 geplant.

NEP ist der Anbieter des CO2-Transports und der CO2-Speicherung für den East Coast Cluster (ECC), einen der ersten von der britischen Regierung ausgewählten CCS-Cluster.

Das Projekt umfasst ein CO2-Sammelnetz und Kompressionsanlagen an Land sowie eine 145 Kilometer-lange-Offshore-Pipeline sowie Unterwasser-Injektions- und Überwachungsanlagen für den Speicher Endurance in der salzhaltigen Gesteinsschicht etwa 1000 Meter unter dem Meeresboden. Die Lagerstätte soll zunächst bis zu vier Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen pro Jahr aus drei Teesside-Projekten aufnehmen. Mit einer zukünftigen Erweiterung des East Coast Clusters können bis 2035 durchschnittlich bis zu 23 Millionen Tonnen erreicht werden, teilt Equinor mit.

Großbritanniens Industrieregion Teeside. CCS-Projekte sollen zur Dekarbonisierung beitragen.©NEP

„Großbritannien ist ein Schlüsselmarkt für Equinor und wir haben in der Vergangenheit bereits bedeutende Energielieferungen an der Ostküste getätigt, indem wir von der traditionellen Öl- und Gasnachfrage auf erneuerbare Energien und kohlenstoffarme Optionen wie CCS und Wasserstoff umgestiegen sind. Dies ist sowohl für Equinor als auch für Großbritannien ein wichtiger Schritt, der dazu beiträgt, die industriellen Kerngebiete des Landes zu dekarbonisieren und seine Netto-Null-Ambitionen zu erreichen, während gleichzeitig Arbeitsplätze und Lieferkettenchancen geschaffen werden. Wir freuen uns darauf, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um weitere kohlenstoffarme Projekte in ganz Großbritannien, darunter in Humber und Schottland, umzusetzen“, sagt Alex Grant, UK Country Manager bei Equinor.

Equinor ist außerdem gemeinsam mit bp Joint Venture Partner bei NZT Power, das das erste Gaskraftwerk mit CO2-Abscheidung und -Speicherung errichten wird.

Das Kraftwerk soll eine Kapazität von bis zu 742 Megawatt dekarbonisierten, flexiblen Strom erzeugen und damit einen wachsenden Anteil an intermittierender erneuerbarer Energie ergänzen. Diese Kapazität entspricht dem durchschnittlichen Strombedarf von rund einer Million britischer Haushalte. Es werde eine Kapazität von bis zu zwei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr haben, um es im Rahmen des NEP-Projekts zu transportieren und sicher zu lagern.

Equinor besitzt einen Anteil von 45 Prozent an NEP, die restlichen 45 Prozent gehören bp und zehn Prozent TotalEnergies. Am NZT Power-Projekt hält Equinor 25 Prozent, die restlichen 75 Prozent gehören bp. bp erbringt für beide Projekte die Betreiberleistungen.

Die Bauarbeiten für beide Projekte werden von neun Ingenieur-, Beschaffungs- und Bauunternehmen mit einem Gesamtwert von rund vier Milliarden Pfund durchgeführt. Die Arbeiten werden Tausende von Arbeitsplätzen und umfassendere sozioökonomische Vorteile für den Nordosten Englands schaffen,heißt es in einer Pressemitteilung von Equinor.

NEP hat außerdem die staatliche Genehmigung erhalten, die Entwicklungstechnik für die Humber Carbon Capture Pipeline (HCCP) voranzutreiben, das geplante Infrastrukturprojekt an Land, das CO2 aus zukünftigen ausgewählten Kohlenstoffabscheidungsprojekten in der Humber-Region transportieren soll.

Equinor deckt 25 Prozent des Erdgasbedarfs Großbritanniens. Ein Großteil des Gases wird per Pipeline an die Küste von East Yorkshire geliefert. Equinor ist außerdem Partner des Projekts Dogger Bank in der südlichen Nordsee, das nach seiner Fertigstellung den größten Offshore-Windpark der Welt bilden wird.

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