
Stavanger, 1. Oktober 2024. Die norwegische Küstenverwaltung Kystverket wird im Auftrag des Ministeriums für Handel und Fischerei neue Untersuchungen zum U-Boot 864 durchführen, das 1945 vor der Insel Fedje in der norwegischen Provinz Vestland mit bis zu 67 Tonnen Quecksilber an Bord von dem britischen U-Boot HMS-Venture versenkt wurde. Ursprünglich gab es Pläne, die Fundstelle auf einer Fläche von etwa 47.000 m² mit Beton zu versiegeln, um einen weiteren Austritt des Schwermetalls zu verhindern. 2022 empfahl ein 2020 eingesetztes Expertengremium, die Ladung, das heißt so viel Quecksilber wie möglich, zu bergen, bevor das Wrack und der Meeresboden wegen der Umweltbelastung abgedeckt werden müssen. Jetzt soll untersucht werden, ob eine solche Bergung möglich ist. Ausschreibungsunterlagen für Beratungsleistungen für das Projekt ist auf der Dauphin, der Datenbank für das öffentliche Beschaffungswesen, veröffentlicht.
An der Untersuchung sollen führende Fachleute aus dem Unterwasser- und Offshore-Bereich sowie Experten für Munition, Sprengstoffe und Umwelt beteiligt sein. Die Arbeiten schließen auch eine Untersuchung der möglichen Veränderungen der Bodenverhältnisse und des Zustands der Munition im Wrack ein.
„Sobald die Untersuchung abgeschlossen ist, werden wir dem Ministerium für Handel und Fischerei einen Bericht mit unserer Einschätzung vorlegen, ob vor der Abdeckung des Wracks eine Quecksilberanhebung durchgeführt werden sollte. Das Umweltrisiko wird bei dieser Bewertung der wichtigste Gesichtspunkt sein“, erklärt Hans Petter Mortensholm, Direktor für Umweltvorsorge der Fischereidirektion.
Der Finanzrahmen für die Untersuchung wurde auf 50 Millionen NOK geschätzt. Der Bericht muss dem Ministerium im Herbst 2025 vorgelegt werden.
Die norwegische Küstenverwaltung hatte das Wracks im Jahr 2003 entdeckt.
