BMWK: Norwegen und Deutschland wollen Umfang ihrer H2-Kooperation erweitern – Blauer Wasserstoff aus den Niederlanden statt aus Norwegen

Blauer Wasserstoff soll ab 2029 nicht über eine Pipeline aus Norwegen, sondern aus dem Werk H2M im niederländischen Eemshaven nach Deutschland kommen. Das Projekt wollen der Energiekonzern Equnior und die Linde AG gemeinsam realisieren.©Illustration Equinor

Berlin, 23. September 2024. Norwegen und Deutschland wollen in Zukunft den Umfang ihrer Wasserstoffkooperation unter dem Dach der deutsch-norwegischen Industrie- und Energiepartnerschaft erweitern. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klima auf Anfrage von BusinessPortal Norwegen zu den Folgen des Ausstiegs des norwegischen Energiekonzern Equinor ASA aus dem Wasserstoff-Pipelineprojekt mitteilt, bleibt es das Ziel, Wege zu finden, um Wasserstoff-Wertschöpfungsketten zu realisieren und zur europäischen Energiewende und Dekarbonisierung beizutragen. Equinor habe dabei versichert, hierzu weiter im Gespräche zu bleiben. Die Nachricht zum Stopp des Projektes sei erwartet worden. Norwegen wolle nun statt des Baus einer langen Pipeline für blauen Wasserstoff Gas in den Niederlanden zur Herstellung von blauem Wasserstoff verwenden und diesen dann in das Wasserstoff-Kernnetz einspeisen.

Das abgeschiedene CO2 soll dann per Schiff nach Norwegen zur Speicherung transportiert werden. Deutschland werde damit als Übergang blauen Wasserstoff aus den Niederlanden statt aus Norwegen erhalten.

In seiner Antwort verweist das BMWK auf die langjährige Partnerschaft zwischen Norwegen und Deutschland im Energiebereich. „Unsere starke Zusammenarbeit zeigt unseren gemeinsamen Anspruch, eine klimaneutrale Wirtschaft zu erreichen, die Arbeitsplätze und nachhaltige Energielösungen sichern kann.“ Im Rahmen ihrer Energiepartnerschaft hätten Deutschland und Norwegen in den letzten zwei Jahren ihre Wasserstoffkooperation intensiviert. In der gemeinsamen Task Force seien Voraussetzungen für den Aufbau von Wasserstoff-Wertschöpfungsketten diskutiert worden.

Der Wasserstoffmarkt sei noch im Entstehen, heißt es in dem Antwortschreiben. Bei allen großen und komplexen Energiewendeprojekten sei die Reifung der technischen und kommerziellen Aspekte eine Herausforderung. „Deshalb müssen wir flexibel sein und verschiedene Transport- und Technologieoptionen prüfen. Solche Projekte brauchen nicht nur politische Unterstützung, sondern auch wirtschaftliche Tragfähigkeit.“

Anfang Januar haben der norwegische Energiekonzern Equinor und das Chemieunternehmen Linde AG eine Vereinbarung zum Bau eines kohlenstoffarmen Wasserstoffprojektes H2M Eemshaven in den Niederlanden unterzeichnet. Die Anlage soll Erdgas aus Norwegen durch die Abscheidung von Kohlendioxid in kohlenstoffarmen, sogenannten blauen Wasserstoff umwandeln. Mehr als 95 Prozent des CO2 werden abgeschieden und unter dem Meeresboden vor der Küste Norwegens gespeichert.

Aus dem Werk sollen in erster Linie Kunden der Großindustrie in den Niederlanden und in Deutschland bedient werden, teilt Equinor mit.

Als Eigenkapitalpartner und Betreiber wird Linde die Anlage zur Wasserstoffproduktion und zur Kohlenstoffabscheidung und -übertragung bauen und betreiben, wobei die Ressourcen von Equinor eng integriert sind. Equinor wird für die Vermarktung des Wasserstoffs, den Transport und die Speicherung des CO2 verantwortlich sein.

Das Projekt plant eine Produktionskapazität von 1 GW (210.000 Tonnen dekarbonisierter Wasserstoff) und soll 2029 mit der Produktion beginnen.

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