
Oslo, 16. September 2024. Für den Bau von Ferienhäusern und Wohnhäusern im Strandbereich wurden im Jahr 2023 in Norwegen 990 Anträge eingereicht, 88 Prozent davon wurden genehmigt (873). Nur zwölf Prozent (117 Anträge) wurden abgelehnt. Knapp 60 Prozent wurde mit einer Ausnahmegenehmigung stattgegeben – insgesamt 573 Anträgen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Bauanträge in diesen begehrten Lagen gegenüber 2022 um 23 Prozent zurückgegangen. Auch die Zahl der genehmigten Anträge sank um 18 Prozent, von 1.060 im Jahr 2022 auf 873 im Jahr 2023. Auch die Bautätigkeit ist im Strandbereich nach einer eine Analyse der neuesten Zahlen von Statistics Norway gesunken. Im Jahr 2023 wurden 480 neue Hütten gebaut, ein Rückgang von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem nimmt die Gesamtzahl der Hütten im Strandbereich immer noch zu.
Mit Stand Juli 2024 sind 94.287 Hütten an Ufern von Seen, Fjorden und Meer registriert. Dies bedeutet in diesem Jahr bisher einen Zuwachs von 284 Ferienhäusern.
„Es ist besorgniserregend, dass satte 88 Prozent der Bauanträge im Strandbereich bewilligt werden, trotz der strengen Vorschriften zum Schutz dieser wertvollen Natur. Der Strandbereich ist eine wichtige Ressource für die Öffentlichkeit, und wir müssen sicherstellen, dass er nicht bebaut wird“, sagt Trond G. Hagen, Leiter des norwegischen Hüttenverbandes. Strengere Kontrollen und eine restriktivere Praxis seien notwendig, um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Küstengebiete zu gewährleisten.
Obwohl im 100-Meter-Gürtel entlang des Meeres ein generelles Bauverbot besteht, können Ausnahmen oder Genehmigungen erteilt werden, wenn die Gemeinde in ihren Plänen Ausnahmen vorgesehen hat. Die Gemeinde Flekkefjord hat im Jahr 2023 die meisten Anträge erhalten und bewilligt, mit 50 Anträgen, von denen 30 im Wege einer Ausnahmegenehmigung bewilligt wurden.
Die meisten Anträge wurden in den Gemeinden Flekkefjord, Kristiansand, Smøla, Hammerfest und Bergen genehmigt. Die Zahlen umfassen alle Arten von Gebäuden, nicht nur Ferienhäuser. Flekkefjord war auch die Gemeinde, die die meisten Ausnahmen gewährte, dicht gefolgt von Bergen und Tysnes. Bezüglich der Anzahl der Ferienhäuser in der Strandzone liegt Kristiansand an der Spitze. Die Gemeinde verfügt mit Stand Juli 2024 über 2.558 Ferienhäuser, von denen sieben im Jahr 2023 gebaut wurden. Im Juli 2024 gab es in Kristiansand 2.558 Ferienhäuser in der Strandzone, gefolgt von Kragerø mit 2.287.
Momentan (2024) sind 68 Prozent der Strandzone potenziell zugänglich (ohne Strandbereiche, die aufgrund der Landschaft unzugänglich sind wie steile Klippen), stellt der Bericht fest.
Das heutige Bauverbot gilt für den 100-Meter-Gürtel entlang des Meeres. Es wurde eingeführt, um den begehrten Bereich in Strandnähe zu schützen, der sowohl von naturliebenden Privatpersonen als auch von Bauträgern sehr geschätzt wurde. Die erste Fassung des allgemeinen Bauverbots wurde 1965 eingeführt und später erweitert. Es gibt große Unterschiede darin, wie viel Strandfläche in den verschiedenen Gemeinden zur Verfügung steht. Um das Bauverbot danach anzupassen, welche Gemeinden es am meisten benötigen und für welche Gemeinden konformere Regeln gelten, wurde ein differenziertes Strandzonenmanagement eingeführt. Im Jahr 2011 wurde die Strandzone in drei Zonen unterteilt und die Aufteilung wurde später im Jahr 2021 aktualisiert.
Trotz des Bauverbots ist das Bebauen des Strandbereichs in allen Zonen weiterhin möglich, auch mit erteilter Ausnahmegenehmigung.
Lesen Sie hier mehr zur Strandbebauung in Norwegen.
