
Oslo, 21. August 2024. Norwegen verfügt auf dem norwegischen Kontinentalschelf (NCS) noch immer über umfangreiche Öl- und Gasvorkommen. Diese könnten für die Gesellschaft insgesamt noch viele Jahre lang die Grundlage für ein hohes Produktions-, Export- und Wertschöpfungsniveau bieten, heißt es in dem neuen Ressourcenbericht. der norwegischen Offshore-Direktion NOD. Die norwegische Offshore-Direktion erwartet, dass die Gesamtproduktion auf dem norwegischen Festlandsockel nach 2025 zurückgehen wird.
Diese potenzielle Zukunft werde sich jedoch nicht von selbst verwirklichen, heißt es in dem Bericht. „Aus diesem Grund müssen wir künftig unsere Exploration und Investitionen in Felder, Entdeckungen und Infrastruktur verstärken, um den Produktionsrückgang zu verlangsamen. Fehlende Investitionen werden zu einem schnellen Zusammenbruch der Erdölindustrie führen“, sagt Kjersti Dahle, Direktorin für Technologie, Analyse und Koexistenz.
Das Direktorat hat drei mögliche Szenarien für die Gesamtproduktion von Öl und Gas bis 2050 ausgearbeitet. Alle Szenarien deuten auf einen Rückgang der Produktion hin. Wie schnell dieser eintreten wird, hänge von einer Reihe von Faktoren ab, beispielsweise vom Tempo der Explorationstätigkeit und der technologischen Entwicklung.
„Die Szenarien offenbaren große Unterschiede in der zukünftigen Wertschöpfung und den zukünftigen Staatseinnahmen aus den Erdölaktivitäten. Die Berechnungen der norwegischen Offshore-Direktion zeigen einen Unterschied im Netto-Cashflow von etwa 15 Milliarden norwegischen Kronen zwischen dem hohen und dem niedrigen Szenario“, sagt Dahle.
Der in allen drei Szenarien erkennbare Produktionsrückgang stehe im Einklang mit der erfolgreichen Umsetzung des Pariser Abkommens.
Um das Aktivitäts- und Produktionsniveau langfristig aufrechtzuerhalten, müsse Norwegen nach weiteren/zusätzlichen Ressourcen suchen, sowohl in der Nähe von Infrastrukturen als auch in Grenzgebieten. Mehr Wissen, bessere Datenabdeckung, neue Arbeitsmethoden und neue Technologien würden neue Explorationsmöglichkeiten eröffnen und könnten in den kommenden Jahren zu profitableren Entdeckungen führen.

Eine Analyse der Explorationsaktivitäten der letzten 20 Jahre zeige, dass die Exploration von Öl und Gas im norwegischen Festland einen enormen Mehrwert für die Gesellschaft darstellt. Dies entspriche einem Nettogegenwartswert von mehr als 2.000 Milliarden norwegischen Kronen. Die gesamte Wertschöpfung durch die Entdeckungen betrage mehr als das Dreifache der in diesem Zeitraum für die Exploration aufgewendeten Kosten.
„Norwegen und der norwegische Festlandsockel sind noch immer in einer hervorragenden Position, um noch viele Jahre lang ein wettbewerbsfähiger Öl- und Gasproduzent zu bleiben, da wir über erhebliche verbleibende Ressourcen, geringe Emissionen, eine gut entwickelte Infrastruktur, niedrige Betriebskosten und stabile Rahmenbedingungen verfügen“, sagt Dahle.
Den Prognosen der norwegischen Offshore-Direktion zufolge liegen fast zwei Drittel aller unentdeckten Ressourcen in der Barentssee. Die Herausforderung bestehe darin, dass diese Gasressourcen und -werte ohne ein stärkeres Engagement zur Steigerung der Gasexportkapazität für längere Zeit im Untergrund eingeschlossen bleiben könnten.
Die Planung und der Bau einer umfangreicheren Infrastruktur in und um dieses Gebiet seien eine Voraussetzung für die Erschließung bereits nachgewiesener Öl- und Gasvorkommen. Eine Erhöhung der Gasexportkapazität würde auch Anreize für die weitere Gasexploration bedeuten. In der Barentssee gebe es bereits eine Reihe von Möglichkeiten, die einer genaueren Untersuchung bedürfen.
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