Die norwegische Eisenhütte in Næs

Nach der Rekonstruktion wurde der Großhammer im Eisenhüttenmuseum Næs am 6. August in Anwesenheit des norwegischen Premierministers wieder in Betrieb genommen.©Tone Hertzberg / Büro des Premierministers

Tvedestrand, 13. August 2024. Eisen ist seit mehr als eintausend Jahren das wichtigste Metall der Menschheit. Hammerschmieden waren ein entscheidender Bestandteil der alten Eisenhütten.
In Norwegen haben die Hämmer vor 150 Jahren aufgehört zu schlagen. Im Eisenhüttenmuseum Næs Jernverksmuseum, Norwegens am besten erhaltene alte Eisenhütte, wurden ein Hammer jetzt wieder zum Leben erweckt. Es handelt sich möglicherweise um den ältesten in Betrieb befindlichen Hammer Europas. Der Hammerkopf wiegt ca. 350 kg und führt einen Schlag pro Sekunde aus. Zur Eröffnung des Hammerwerks im Museum war Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre anwesend.

Über einen Zeitraum von 300 Jahren waren in Norwegen weit über 40 verschiedene Eisenhütten in Betrieb, wobei Næs eine der berühmtesten und größten war. Gegründet in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde bis 1909 Eisen hergestellt, danach Stahl. Eine große Überschwemmung zerstörte 1959 einen großen Teil der Anlage. In dem danach gegründeten Museum ist das Hammergebäude das Herzstück. „Und es ist wunderbar, darüber nachzudenken, dass dieser von einem Wasserrad angetriebene Hammer erstmals im Jahr 1665 aufgestellt wurde, dass er auf Technologie direkt aus dem Mittelalter basiert. Die gleiche Bauart steht hier noch – nicht um Eisenstangen zu erschaffen, sondern um Erinnerungen zu schaffen und sie lebendig werden zu lassen“, sagte Støre in seiner Rede zur Inbetriebnahme des Großhammers.

Norwegens Premierminister bei der Inbetriebnahme des Großhammers im Eisenhüttenmuseum im Jernverskmuseum. Finden Sie hier die Rede von Jonas Gahr Støre.©Jernverskmuseum

Das Næs Jernverksmuseum liegt unweit der der E18 in einer gut erhaltenen Kulturlandschaft entlang der Storelva. Der Fluss, der durch das Museumsgelände fließt, war die Energiequelle, die Blasebälge, Hämmer, Turbinen und Maschinen antrieb. Das Museum präsentiert die 300-jährige Geschichte und zeigt, wie früher Eisen und Stahl hergestellt wurden und wie der Alltag der Arbeiter im Werk aussah.

Die Führung durch das Museum beginnt mit einem kurzen Einführungsfilm mit anschließendem Rundgang. Im Hochofen wurde das Erz mit Hilfe großer Mengen Holzkohle in flüssiges Roheisen umgewandelt. Hier befand sich auch eine Gießerei für Öfen und andere Gusseisenprodukte. Der Hochofen war von 1738 bis 1909 in Betrieb und der letzte seiner Art in Norwegen.

Im Hammergebäude von 1665 wurde Roheisen in Temperguss umgewandelt, hier wurde auch Stahl zu Langstäben gehämmert. Stabeisen war das wichtigste Verkaufsprodukt der Eisenhütte, und noch bis 1959 war das rhythmische Dröhnen der von Wasserrädern angetriebenen Hämmer zu hören.

Im Tiegelstahlwerk wurde der Stahl auf 1.600 Grad erhitzt, um eine gleichmäßige und gute Qualität zu erreichen, und hier wurden sowohl Barren, Maschinenteile, Kanonen als auch andere Stahlprodukte gegossen.

Das Hochofengebäude, der Hammerdamm, die Wasserrutsche, das Wasserrad und die Blasmaschine wurden umgebaut, sodass zu sehen ist, wie im 18. und 19. Jahrhundert produziert wurde.

Auf dem Museumsgelände ist auch eine Maschinenwerkstatt erhalten geblieben, in der heute die Dauerausstellungen des Museums untergebracht sind. Alle diese Gebäude sind in den festen Touren enthalten.

Die Touren sind kinderfreundlich. Es gibt auch einen eigenen Spielplatz für die Kleinsten und Aktivitäten für Kinder. In Storelva gibt es im Sommer schöne Badestellen sowohl im romantischen Park Lunden als auch in Hammerdammen.

Neben regelmäßigen Führungen bietet das Eisenhüttenmuseum in der Sommersaison zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten an wie Familiensonntage, Schmiede- und Handwerkstage, Seminare und Bergbaufahrten. Folgen Sie unserem Veranstaltungskalender, um zu sehen, was passiert.

Das Næs Jernverksmuseum hat den Status eines nationalen technisch-industriellen Kulturerbes und wurde mit dem europäischen Kulturerbe-Label ausgezeichnet. Die Hauptaufgabe des Museums besteht in der Vermittlung und Erforschung der Geschichte des Eisenhüttenwesens auf lokaler und überregionaler Ebene.

Finden Sie hier die Öffnungszeiten.
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Kontakt:
Besucheradresse:
Jacob Aalls vei 10
4934 Nes Verk
Telefon-Nr. zur Buchung von Touren: 37 16 05 00
per E-Mail: post@jernverksmuseet.no

Quelle: Website des Eisenhüttenmuseums.

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