Schleswig-Holsteins Energiewendeminister und Bundes- und Landtagsabgeordnete auf Erkundungstour in Norwegen

Auf dem Helikopter-Deck der Plattform DolWin epsilon: TenneT-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens mit Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein und Bundes- und Landtagsabgeordneten.©TenneT

Oslo, 31. Juli 2024. Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein, informierte sich gemeinsam mit Abgeordneten des Bundestages und des Landtages verschiedener Bundesländer in dieser Woche über Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Energiewende und Klimaschutz in Norwegen. Der Minister besuchte auf eigene Initiative das Unternehmen Heidelberg Materials in Brevik und den Düngemittelkonzern Yara in Porsgrunn. Auf Einladung von TenneT, Europas größten Offshore-Übertragungsnetzbetreiber, besichtigte die politische Delegation die Offshore-Konverterplattform DolWin epsilon des Netzbetreibers TenneT und führte Gespräche zum Ausbau der Offshore-Windenergie als zentralen Bestandteil der europäischen Energiewende und zu erforderlichen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

„Norwegen leistet Pionierarbeit bei der Dekarbonisierung der Industrie. Mich hat die ‚hands-on-Mentalität‘ in den Unternehmen sehr beeindruckt. Man schaut konsequent nach vorne und glaubt an eine gute Zukunft. Deutlich wurde aber auch: der Weg zur Klimaneutralität ist noch lang und wir werden in den kommenden Jahren einen langen Atem brauchen. Norwegen wird dabei ein wichtiger Partner sein und unser gemeinsamer Nordseeraum steckt voller Chancen“, erklärte Goldschmidt nach der Besichtigung in den beiden Unternehmen.

Gustav Amlie, Projektmanager bei Heidelberg Materials, führt Minister Tobias Goldschmidt durch die Fabrik in Brevik erklärten.©MEKUN

In Brevik errichtet Heidelberg Materials die weltweit erste Anlage zur CO₂-Abscheidung und -speicherung im industriellen Maßstab in einem Zementwerk. Jährlich sollen 400.000 Tonnen CO abgeschieden und zur dauerhaften Lagerung an die Westküste von Norwegen transportiert werden. Das entspricht 50 Prozent der jährlichen Emissionen des Werks.

In Porsgrunn produziert Yara Clean Ammonia seit Ende 2023 mit einem 24-MW-Elektoryseur grünen Wasserstoff und Ammoniak. Der Wasserstoff ersetzt Erdgas als Rohstoff. Damit werden jährlich 41.000 Tonnen CO2-Emissionen am Standort eingespart. 

Auf der Aibel-Werft in Haugesund besichtigte die Delegation die Offshore-Konverterplattform DolWin epsilon des Netzbetreibers TenneT. DolWin epsilon ist das technologische Herzstück der Offshore-Netzanbindung DolWin5 und wird zurzeit in der Werft von Aibel technisch final ausgestattet, um sie für den Transport und die Installation in der deutschen Nordsee vorzubereiten.

Diskutiert wurden unter anderem Herausforderungen und Lösungsideen für die Beschleunigung des Offshore-Netzausbaus sowie der Aufbau stabiler Lieferketten, Marktkapazitäten und die Bezahlbarkeit für Offshore-Wind in Deutschland und Europa.

„Das grüne Kraftwerk Nordsee ist Schlüsselregion für die europäische Energiewende. Kein anderer Ort in Europa bietet so großes Potenzial für eine saubere Energieversorgung“, sagte TenneT-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens. Aber das Unternehmen stehe auch vor Herausforderungen. Mit Blick auf die ambitionierten Offshore-Ausbauziele werde es gerade in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) eng. Durch gegenseitige Abschattung sinke der Ertrag der Windenergieanlagen, gleichzeitig würden inflationsbedingt die Kosten steigen. Deshalb nehme TenneT technische und regulatorische Effizienzpotentiale in den Blick, um gemeinsam mit den Lieferanten und den Betreibern der Offshore-Windparks mit innovativen Lösungen den Ertrag zu steigern und gleichzeitig die Kosten so gering wie möglich zu halten. 

„Als Meeresschutzminister ist mir besonders wichtig, dass die Anlagen möglichst umweltschonend installiert werden“, erklärte Minister Goldschmidt. „Die Plattform DolWin epsilon macht sich die Schwerkraft zu Nutze, so dass keine Fundamente mehr in den Meeresboden gerammt werden müssen. Das ist ein großer Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Erneuerbaren Energien und dem Meeresnaturschutz. Die Offshore-Windkraft ist eine große Chance für den Nordseeraum. Gemeinsam werden wir unseren Wirtschaftsraum stärken und das Klima schützen. Dazu gehört auch, dass künftig Anlagentechnik wieder stärker in Deutschland gefertigt werden sollte.“

TenneT ist einer der größten Investoren und Betreiber von Netzanbindungen für Offshore-Windkraft aus der Nordsee. Insgesamt übertragen die Offshore-Netzanbindungssysteme und Interkonnektoren von TenneT rund 16 Gigawatt Strom. Damit können rein rechnerisch mehr als 20 Millionen Haushalte in Europa mit sauberer Energie aus der Nordsee versorgt werden. Bis 2031 plant TenneT weitere 19 Offshore-Netzanbindungssysteme mit einer Gesamtkapazität von 32,2 Gigawatt (GW) im Nordseeraum: 14,8 GW davon in Deutschland und 17,4 GW in den Niederlanden. Eines dieser Projekte ist die Offshore-Netzanbindung DolWin5 mit 900 Megawatt Übertragungskapazität. Die Anbindung soll im Jahr 2025 in Betrieb gehen.

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