
Stuttgart, 18. Juli 2024. Der norwegische Aluminium- und Energiekonzern Norsk Hydro ASA und der deutsche Sportwagenhersteller Porsche AG wollen die Lieferkette der Porsche-Sportwagen weiter dekarbonisieren. Am 9. Juli unterzeichneten die Unternehmen in Stuttgart eine Vereinbarung zur Einführung eines neuen Geschäftsmodells für kohlenstoffarmes Aluminium, das Nachhaltigkeit und Transparenz in der Automobilindustrie vorantreiben soll.
Bereits im April 2023 haben Hydro und Porsche eine Absichtserklärung unterzeichnet, die darauf abzielt, den CO2-Fußabdruck der Automodelle von Porsche zu reduzieren. Auf dieser Grundlage haben die beiden Unternehmen nun vereinbart, dass Hydro in den kommenden Jahren erstklassiges, kohlenstoffarmes Aluminium für die Fahrzeugproduktion von Porsche liefert. Durch die Kapazitätsreservierung und Produktentwicklung von kohlenstoffarmem Aluminium könne Porsche den Einsatz recycelter Materialien erhöhen und den CO2-Fußabdruck von Aluminiumkomponenten reduzieren, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.
„Mit dieser Zusammenarbeit bringen wir ein innovatives Geschäftsmodell auf den Markt, das es Branchen ermöglicht, ihre Lieferketten weiter zu dekarbonisieren. Wir freuen uns sehr, mit einem so schnell agierenden Pionier wie Porsche zusammenzuarbeiten und ihm dabei zu helfen, seine ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Ich hoffe, dass dies als Inspiration für andere dient, unserem Beispiel zu folgen“, sagt Eivind Kallevik, Präsident und CEO von Hydro.
Die Lieferungen sollen sowohl auf Hydro REDUXA-Primäraluminium mit niedrigem Kohlenstoffgehalt als auch aus Hydro CIRCAL 75R-Recyclingaluminium mit mindestens 75 Prozent Altschrott bestehen und zur Produktion der nächsten Sportwagengeneration von Porsche eingesetzt werden.
Neben möglichen zukünftigen Lieferungen von kohlenstoffarmem und recyceltem Aluminium beinhaltet die Vereinbarung auch eine technische Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Legierungen mit höherem Recyclinganteil. Die beiden Unternehmen wollen auch prüfen, wie sich die langfristigen Dekarbonisierungsprojekte von Hydro, darunter die derzeit in der Entwicklung befindliche emissionsfreie Schmelztechnologie, in die Lieferkette von Porsche integrieren lassen.
Hydros integrierte Wertschöpfungskette, die vom Bauxitabbau und der Aluminiumoxidraffination über die Energieerzeugung bis hin zu Schmelzen, Extrusion und Recycling reicht, ermögliche es dem Unternehmen, kohlenstoffarme Aluminiumprodukte anzubieten, bei denen jeder Schritt von der Mine bis zum Metall nachverfolgbar und transparent ist, teilt das Unternehmen mit. Dies sei von entscheidender Bedeutung, um Emissionssenkungen zu dokumentieren und Hydros Ziel einer Reduzierung der Kohlenstoffemissionen um 30 Prozent bis 2030 zu erreichen. Die Brennstoffumstellung und die Elektrifizierung der Kessel mit erneuerbarer Energie in der brasilianischen Aluminiumoxidraffinerie Alunorte habe daran einen großen Anteil.
Aluminium in der Automobilindustrie
- Die Verwendung von Aluminium in Autos und Fahrzeugen ermöglicht Gewichtseinsparungen und Emissionsreduzierung, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Aluminium ist zudem vollständig recycelbar, was bedeutet, dass Einwegmaterialien vermieden werden können, um eine grünere Zukunft der Automobilindustrie zu ermöglichen.
- Hydro REDUXA ist Hydros kohlenstoffarmes Primäraluminium. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien kann Hydro Aluminium mit einem nachgewiesenen Kohlenstoff-Fußabdruck von maximal vier Kilo CO2e pro Kilo Aluminium anbieten, etwa einem Viertel des weltweiten Durchschnitts für die Produktion von Primäraluminium.
- Hydro CIRCAL ist Hydros Sortiment an hochwertigem recyceltem Aluminium, das zu mindestens 75 Prozent aus Altmaterial besteht. Es weist nach Angaben des International Aluminium Institute einen dokumentierten CO2-Fußabdruck von 1,9 Kilo CO2 pro Kilo Aluminium auf – 80 Prozent weniger als der weltweite Durchschnitt für Primäraluminium.
