DFDS verabschiedet sich von traditioneller Fährverbindung zwischen Oslo und Kopenhagen

Seit 158 Jahren fahren die Schiffe der dänischen DFDS von København direkt in das Zentrum der norwegischen Hauptstadt. Nun wird die traditionelle Verbindung an die schwedische Reederei Gotlandsbolaget verkauft. Damit geht eine Institution zu Ende.©DFDS

Oslo, 30. Juni 2024. Die dänische Reederei DFDS (Det Forenede Dampskibs-Selskab) verkauft die Fährlinie von København nach Oslo an die Reederei Gotlandsbolaget. Die schwedische Reederei ist eine hundertprozentige Tochter der Rederi AB Gotland und betreibt Fährlinien vom schwedischen Festland auf die Insel Gotland. Der Verkaufspreis beträgt rund 400 Millionen Dänische Kronen. Es wird erwartet, dass die Vereinbarung im Oktober dieses Jahres endgültig abgeschlossen wird. Der Verkauf umfasst die beiden auf der Route eingesetzten Schiffe, Hafenvereinbarungen und Terminalausrüstungen. Als Grund nennt die DFDS die geänderte strategische Ausrichtung weg vom Passagierverkehr zu vorwiegend Frachttransporten.

Im Rahmen des Verkaufs werden auch die rund 800 Mitarbeiter im Streckenbetrieb und in den Supportfunktionen zur Reederei Gotlandsbolaget umziehen. Die beiden eingesetzten RoRo-Schiffe Crown Seaways und Pearl Seaways bleiben weiterhin auf der angestammten Route im Einsatz. Etwa 700.000 Passagiere nutzen jährlich die populäre Strecke zwischen den beiden skandinavischen Hauptstädten. Das „Danskebåten“ ist in Oslo ein stehender Begriff. 

Die dänische DFDS ist eine Traditions-Reederei, die nicht weniger als 158 Jahre zwischen København und Oslo gefahren ist. Um 17 Uhr die gleichzeitigen Abfahrten jeweils in København und Oslo und die Ankünfte anderen Tags ohne Unterwegshalte um jeweils 9 Uhr waren über lange Zeit eine vertraute Institution. Wegen der Einsparung von Treibstoff wurden die Fahrzeiten schließlich verlängert und zeitweise kam ein Zwischenhalt im schwedischen Helsingborg mit einem aufwendigen Anlegemanöver hinzu. Heute wird ein Zwischenhalt im dänischen Frederikshavn in Jütland mit größerer Nachfrage eingelegt. Bis im Jahr 2002 fuhren die Schiffe in København entlang der Langelinie und vorbei an der kleinen Meerjungfrau bis hinauf nach Kvæsthusbroen mitten in das Zentrum der dänischen Hauptstadt. Wegen des dortigen Baus des neuen Opernhauses und den engen Platzverhältnissen wurde der Terminal von DFDS zum Bedauern vieler Passagiere nach Søndre Frihavn außerhalb der Stadt verlegt. In Oslo fahren die Schiffe weiterhin in das Stadtzentrum nahe des Bahnhofs Sentralstasjon.   

Die Fährlinien von Kiel nach Oslo der Color Linie sowie von København nach Oslo von DFDS vermittelten über viele Jahre unterschiedliche Reiseerlebnisse. Die größeren Schiffe von Color Line wollen das Ambiente und den Komfort von Kreuzfahrtenschiffen anbieten. Die Schiffe von København nach Oslo besitzen zwar alles für eine angenehme Reise, verzichteten jedoch lange auf Glitzer und unnötigen Luxus. Heute ist der Komfort im Vergleich nahezu ebenbürtig. Stets ein Erlebnis ist auf den Weg nach Oslo die langsame Fahrt durch den Oslo-Fjord bis zur norwegischen Hauptstadt am Ende des Fjords. Schöner kann eine Norwegen-Reise wohl kaum beginnen.  

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@swissonline.ch

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