Norwegischer Lkw-Verband fordert Vorfahrt für Güterverkehr auf Fähren vor Wohnmobilen

Wenn zu viele Wohnmobiltouristen an Bord rollen, können LKWs am Kai zurückbleiben. Das bereitet Probleme für die Fahrer und die Versorgung.©Frank Lauritz Jensen

Oslo, 18. Juni 2024. Vor Beginn der Ferien in Norwegen am 21. Juni fordert der Norwegische Lkw-Verband Lastebil NLF, dass der Güterverkehr auf den Fähren in Norwegen Vorfahrt erhält. Mit der Einführung kostenloser Fähren in vielen Teilen des Landes habe sich der Druck auf die Fährabfahrten erhöht. Darüber hinaus führe der Personalmangel dazu, dass Fährabfahrten immer häufiger annulliert werden. Dies führe dazu, dass der Güterverkehr auf den Fähren kaum noch Platz findet, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Während die Wohnmobiltouristen an Bord rollen, blieben die LKWs am Kai zurück.

Der Geschäftsführer von NLF, Knut Gravråk, ist über die Situation verärgert und meint, dass der Transport sozialkritischer Güter Vorfahrt auf den Fähren haben müsse.  „Wenn die Touristen auf den Fähren so viel Platz einnehmen, steht der Güterverkehr still. Dies führt sowohl für unsere Unternehmen als auch für die Geschäftswelt im Allgemeinen zu erheblichen Verzögerungen“, sagt Gravråk. Dies würden zuerst die Berufskraftfahrer spüren, die täglich unterwegs sind, um notwendige Güter auszuliefern. Dies führe im Extremfall dazu, dass die Transportunternehmen gegen das Arbeitsschutzgesetz verstoßen.

„Mehrmals mussten wir einen Fahrer auf der anderen Seite der Fähre treffen, damit er oder sie seine Ruhezeit nehmen konnte. Im Prinzip fahre man dann illegal mit dem Auto nach Hause, erklärt Tåmmas Handå, Abteilungsleiter für Nor-log in Nordland. Sein Unternehmen hätte auf einigen ihrer Routen eine Ausnahmegenehmigung für die Wegerechte beantragt, es aber nur eine Route mit bestimmten Gütern gibt, auf der diese gewährt wurde.

Wie Gravråk betont, habe der Verband Rückmeldungen von Unternehmen erhalten, bei denen Fahrer bis zu zwölf Stunden am Fähranleger zurückgelassen wurden.

„Es ist unhaltbar, dass die Fahrer so unvorhersehbare Arbeitstage haben, an denen sie nicht wissen, ob sie zum Abendessen nach Hause kommen oder die Kinder zum Training fahren. „Es ist toll, dass Touristen Norwegen besuchen wollen, aber der norwegische Urlaub sollte nicht auf Kosten des Alltagslebens unserer Mitglieder gehen oder dazu, dass dem Laden die Milch ausgeht“, sagt Gravråk.

Neben der Vorfahrt des Gütertransports auf den Fähren weist der NLF darauf hin, dass die Reservierungsmöglichkeiten für andere Verkehrsteilnehmer auf maximal 40 Prozent der Kapazität der Fähren reduziert werden müssen.

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