Norwegischer Düngemittelkonzern Yara eröffnet Anlage für erneuerbaren Wasserstoff

Außenaufnahme der Yara-Anlage für erneuerbaren Wasserstoff©Yara International ASA

Porsgrunn, 10. Juni 2024. Der norwegische Düngemittelkonzern Yara International ASA hat am 10. Juni offiziell seine Anlage für erneuerbaren Wasserstoff im Industriepark Herøya eröffnet. Die ersten Tonnen Düngemittel, die mit erneuerbarem Ammoniak aus dieser Anlage hergestellt wurden, wurden bereits ausgeliefert. Eröffnet wurde die 24 MW-Anlage zur Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff von Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre. Es handelt sich um die derzeit größte Anlage dieser Art in Europa. Der Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser und erneuerbarer Energie erzeugt. Er ersetzt Erdgas als Rohstoff und reduziert die CO2-Emissionen des Standorts jährlich um 41.000 Tonnen, teilt das Unternehmen mit.

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein für Yara und für die Dekarbonisierung der Lebensmittelwertschöpfungskette, der Schiffskraftstoffe und anderer energieintensiver Industrien“, sagt Svein Tore Holsether, Präsident und CEO von Yara.

Die produzierten und gelieferten Düngemittel mit geringem CO2-Fußabdruck werden Teil eines neuen Portfolios namens Yara Climate Choice sein. Diese Lösungen würden dem Anbau von Nutzpflanzen zugute kommen und gleichzeitig zur Dekarbonisierung der Lebensmittelwertschöpfungskette und zur Verringerung der Klimaauswirkungen beitragen, heißt es in einer Pressemitteilung. Neben Düngemitteln, die durch Elektrolyse von Wasser und erneuerbarer Energie hergestellt werden, sollen Düngemittel auf der Basis von kohlenstoffarmem Ammoniak, das mithilfe der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) produziert wird, künftig einen großen Teil des Portfolios von Yara ausmachen.

Die ersten Tonnen kohlenstoffarmen Düngemittels wurden an Lantmännen geliefert. Mit dieser Genossenschaft bestehe eine Partnerschaft, die „als konkretes Beispiel dafür dient, wie eine Zusammenarbeit über die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette hinweg erforderlich ist, um die CO2-Emissionen zu senken. Gemeinsam haben wir diesen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung schwer reduzierbarer Sektoren gemacht“, sagt Holsether.

Der norwegische Premierminister Jonas Gahr Støre und Yara-CEO Svein Tore Holsether bei der Eröffnung von Yaras Anlage für erneuerbaren Wasserstoff im Industriepark Herøya, Porsgrunn©Yara International

„Erneuerbares Ammoniak ist ein wichtiger Teil des Dekarbonisierungspuzzles, seine Entwicklung im großen Maßstab braucht jedoch Zeit. Da sich die Welt rasch dem Jahr 2030 nähert, arbeiten wir auch daran, kohlenstoffarmes Ammoniak mit CCS zu produzieren, um die Wasserstoffwirtschaft zu ermöglichen und die Schwellenmärkte für emissionsarmes Ammoniak zu erschließen“, sagt Hans Olav Raen, CEO von Yara Clean Ammonia.

Im Jahr 2023 unterzeichnete Yara einen verbindlichen CO2-Transport- und -Speichervertrag mit Northern Lights, den weltweit ersten grenzübergreifenden CCS-Vertrag. Yara strebt an, seine jährlichen CO2-Emissionen aus der Ammoniakproduktion bei Yara Sluiskil in den Niederlanden um 800.000 Tonnen zu reduzieren. Yara prüft außerdem ein bis zwei kohlenstoffarme Ammoniakproduktionsprojekte mit CCS im Weltmaßstab in den USA.

Yara wurde 1905 gegründet, um die aufkommende Hungersnot in Europa zu bekämpfen. Mit 18.000 Mitarbeitern und Niederlassungen in mehr als 60 Ländern Yara einer der größten Düngemittelkonzerne der Welt. Im Jahr 2023 verzeichnete Yara einen Umsatz von 15,5 Milliarden USD.

Yara Clean Ammonia ist der weltweit größte Ammoniakhändler. Das Unternehmen betreibt mit 15 Schiffen das größte globale Ammoniaknetzwerk und hat über Yara Zugang zu 18 Ammoniakterminals und mehreren Ammoniakproduktions- und -verbrauchsstandorten auf der ganzen Welt.

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