Neue Fahrzeuge aus Spanien für Tunnelbane Oslo

Die Stadt Oslo hat bei der spanischen CAF 20 neue Fahrzeuge für die Tunnelbane bestellt. Für weitere 90 Einheiten besteht eine Option. Die neuen Züge sollen rechtzeitig zur Eröffnung der neuen Fornebubanen im Jahr 2029 einsatzbereit sein. ©Oslo Sporveien

Oslo, 14. Mai 2024. Die Osloer Tunnelbane (T-bane) ist die normalspurige, mit Stromschienen ausgerüstete U-Bahn der norwegischen Hauptstadt und die einzige U-Bahn des Landes. Gegenwärtig sind auf dem 86 Kilometer langen und häufig oberirdisch verlaufenden Streckennetz mit sechs Linien 115 dreiteilige Züge des Typs MX3000 von Siemens im Einsatz. Im Jahr 2029 soll auch die neue, acht Kilometer lange Strecke, die zum ehemaligen Flughafen Fornebu führt, in Betrieb genommen werden. Dort befinden sich heute viele Büros und Arbeitsplätze. Im Jahr 2023 hatte die Osloer T-bane 112 Millionen Fahrgäste. Bis 2030 werden jährlich bis 150 Millionen erwartet. Deshalb hat die Verkehrsgesellschaft Sporveien beim spanischen Fahrzeughersteller CAF 20 jetzt neue Dreiwagenzüge der Reihe M4000 mit der Option für weitere 90 Einheiten bestellt. Die Ablieferungen der U-Bahnen im Wert von 150 Millionen Euro sind für die Jahre von 2027 bis 2030 vorgesehen.

Die an die nordischen Bedingungen angepassten Fahrzeuge entsprechen der Metroplattform Inneo von CAF und basieren auf bewährter Technologie. Die 1,4 Meter breiten Doppeltüren auf jeder Wagenseite gewährleisten einen raschen Fahrgastfluss beim Ein- und Aussteigen. Digitale Bildschirme bieten den Reisenden stets die aktuellen Informationen. Für die sportlichen Norweger sind großzügige Stauräume für Fahrräder und Ski vorhanden, die ebenso Platz für Rollstühle und Kinderwagen bieten. Grünes und rotes Diodenlicht orientiert über geöffnete oder sich schliessende Türen. Ein umfassendes Zustands- und Störungserkennungssystem ermöglicht eine effiziente Wartung. Die Fahrzeuge werden auch über Bordbatterien verfügen, die es ermöglichen, bei Stromausfall die nächste Station zu erreichen sowie im Depot ohne Stromversorgung zu rangieren. Zudem werden die Züge auch für den vollautomatisierten Betrieb vorbereitet.

Dies ist bereits der dritte Auftrag in Folge der Stadt Oslo für den spanischen Hersteller. Dabei handelt es sich um die Lieferung von 183 Elektro-Gelenkbussen, die im vergangenen Winter durch leere Batterien und Stillstand infolge der strengen Kälte unrühmliche Schlagzeilen machten. Gegenwärtig laufen noch immer die um mehrere Jahre verspäteten Ablieferungen von 87 Straßenbahnen des Typs Urbos 100. Deren Fertigung wurde zeitweise infolge fehlender Komponenten bei CAF unterbrochen.

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@swissonline.ch

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