Eierknappheit in Norwegen – zusätzliche Lieferung für Nationalfeiertag am 17. Mai aus Dänemark

Der Lebensmittelhändler Nortura rechnet für das gesamte Jahr 2024 mit einem Defizit an Eiern.©Nortura

Oslo, 3. Mai 2024. In Norwegen sind die Eier knapp. Seit Ostern gibt es Lieferschwierigkeiten. Produzenten und Handel gerieten in Streit. Die norwegische Landwirtschaftsdirektion hatte daraufhin den Zoll für die Einfuhr von Eiern gesenkt. Um den Norwegern ihren Nationalfeiertag am 17. Mai nicht zu verderben, zu dem selbstgebackene Torten in den Nationalfarben des Landes gehören, hat der norwegische Markt REMA 1000 eine Vereinbarung über den Import von Eiern des dänischen Unternehmens DAVA Foods als Ergänzung zu in Norwegen produzierten Eiern geschlossen – für einen begrenzten Zeitraum. Als Reaktion auf die angespannte Situation hat die norwegische Landwirtschaftsdirektion nun die Zölle auf die Einfuhr von Eiern und Volleimasse abgeschafft – für einen Zeitraum vom 14. Mai bis zum 24. Juni.

Seit langem bestehe eine große Nachfrage nach Eiern. Um eine bessere Versorgung der Kunden mit diesem wichtigen Grundprodukt zu gewährleisten, werde REMA 1000 dänische Eier von DAVA Foods importieren, teilt die Einzelhandelskette REMA 1000 mit. Es werde erwartet, dass diese Importe dazu beitragen werden, den Nachfragedruck in den Geschäften zu verringern und sicherzustellen, dass mehr Kunden Zugang zu hochwertigen Eiern haben.  

„Unsere Priorität besteht stets darin, sicherzustellen, dass unsere Kunden Zugang zu Qualitätswaren zum möglichst niedrigsten Preis haben, die auf verantwortungsvolle Weise hergestellt und verkauft werden. Dies gilt auch jetzt, da wir vorübergehend dänische Eier importieren. Wir wollen unseren Kunden so weit wie möglich eine ausreichende Versorgung mit Eiern gewährleisten“, sagt Einkaufsleiterin Line Aarnes. 

Norwegen braucht mehr Eierproduzenten.©Nortura

Die importierten Eier würden sorgfältig mit der dänischen Flagge gekennzeichnet, damit die Kunden selbst eine fundierte Entscheidung treffen können. Der vorübergehende Import von Eiern werde die Zusammenarbeit und Unterstützung von REMA 1000 mit norwegischen Lieferanten und Produzenten nicht beeinträchtigen. Der Import dänischer Eier sei ein Ausnahmefall und lediglich eine Ergänzung zur Deckung der Marktnachfrage.  

Der größte Lieferant norwegischer Eier, der größte Lebensmittellieferant überhaupt, ist Nortura AS – eine norwegische landwirtschaftliche Genossenschaft im Besitz von 16.000 norwegischen Landwirten. Das Unternehmen betreibt Schlachthöfe und andere Verarbeitungsbetriebe für Fleisch und Eier. Gilde, Prior und Nortura Proff sind die Marken, die das Unternehmen vertreibt. Aarnes unterstreicht, dass REMA 1000 gut mit Nortura zusammenarbeitet. Sie sei zuversichtlich, dass Nortura alles tun wird, um die Produktion norwegischer Eier zu steigern.

Der größte Produzent von Eiern ist die Genossenschaft Den Stolte Hane (der Stolze Hahn). Das Unternehmen ist im Besitz des schwedischen börsennotierten Unternehmens Scandi Standard. Die 90 Landwirte, die an der Hühnerproduktion beteiligt sind, sowie Produktionsstätten und Verwaltung befinden sich in Norwegen.

Vor Ostern hatte Den stolte Hane den Händler Nortura mit der Forderung nach einer einstweiligen Verfügung vor Gericht gebracht. Sie forderten ein Verbot der Lieferung von Konsumeiern an die Industrie. Die einstweilige Verfügung wurde aber abgelehnt. Nortura wurde vor dem Bezirksgericht in allen Punkten für ihre Auslegung der Verordnung und den Umgang damit in der Defizitsituation bestätigt.

„Notura hat vor etwa einem Jahr die Öffnung der Importe beantragt, genau um der Situation, in der wir uns heute befinden, gerecht zu werden. Das bedeutet, dass alle Spieler, die möchten, Eier importieren können. Auch die Lebensmittelgeschäfte. Die Vorschriften werden von den Politikern festgelegt und das Bezirksgericht Oslo entschied vor Ostern, dass Nortura diese buchstabengetreu befolgt“, teilte Notura mit.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden etwa 700 Tonnen Eier importiert. Laut Prognosen von Nortura fehlten in den ersten vier Monaten des Jahres tausend Tonnen Eier, um den Bedarf in Norwegen zu decken. In der Zeit von Mai bis August werde es weniger Eier auf dem Markt geben, teilt die Lebensmittelbehörde mit.

Die norwegische Eierproduktion ist ungefähr gleich wie zuvor, aber die Norweger würden jetzt mehr Eier essen als zuvor. Darüber hinaus verwende die Industrie mehr norwegische Eier. Nortura rechnet im Jahr 2024 mit einem Defizit an Eiern von insgesamt 2.000 Tonnen, sagt Kommunikationsmanagerin Matilda Aronsson bei Nortura gegenüber der norwegischen Zeitung VG.

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