Norwegen, Schweden und Finnland wollen Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Verkehrskorridoren stärken

Die E14 von Stjørdal bis zur schwedischen Grenze soll ausgebaut werden, um den militärischen Anforderungen zu genügen. Eine Machbarkeitsstudie liegt bereits vor.©Statens vegvesen

Oslo, 30. April 2024. Bei einem gemeinsamen Besuch der NATO-Übung „Immediate Response“ in Nordnorwegen haben die Verkehrsminister Norwegens, Schwedens und Finnlands vereinbart, die Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Verkehrskorridoren zu stärken, um den militärischen Bedürfnissen besser gerecht zu werden. In einer gemeinsamen Erklärung der Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård (Norwegen) und seiner Kollegen Anders Carlson (Schweden) und Lulu Ranne (Finnland) heißt es unter anderem, dass die Zusammenarbeit zur Unterstützung der militärischen Mobilität zwischen den Ländern verstärkt werden soll, die Ausarbeitung einer nordischen Strategie für die langfristige Entwicklung grenzüberschreitender Verbindungen auf der Grundlage der strategischen Verkehrspläne jedes Landes in Erwägung gezogen wird und alle Akteure im Bereich Infrastruktur von der strategischen bis zur operativen Ebene regelmäßig zusammenarbeiten müssen.

„Die sicherheitspolitische Lage nach der groß angelegten Invasion Russlands in der Ukraine im Jahr 2022 und dem NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands macht eine engere Zusammenarbeit mit unseren nordischen Nachbarn erforderlich. Wir haben eine gemeinsame Grenze mit Schweden und Finnland, und Norwegen wird sowohl als Empfangs- als auch als Transitgebiet für Militärpersonal und Militärmaterial immer wichtiger. Dies stellt hohe Anforderungen an ausgewählte Straßen, Brücken, Eisenbahnen, Häfen und Flughäfen“, sagt Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård.   

Die Minister haben sich bei ihrem Besuch in Narvik den Flugplatz Evenes, das Militärlager Elvegårdsmoen sowie den Hafen und den Bahnhof von Narvik angesehen. 

Im neuen Nationalen Transportplan Norwegens 2025 bis 2036 priorisiert die norwegische Regierung mehrere Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, dass der Verkehrssektor die Verteidigungsfähigkeit Norwegens unterstützt und die Erwartungen der NATO an die Widerstandsfähigkeit der Mitgliedsländer erfüllt.

Als konkretere Maßnahmen ist unter anderem geplant, Abschnitte der E14 zwischen Stjørdal und der Landesgrenze bei Storlien zu verbessern. Die norwegische Straßenverwaltung Statens vegvesen hat im September vergangenen Jahres eine Machbarkeitsstudie zum Ausbau der E14 von Stjørdal bis zur Landesgrenze durchgeführt. Die Regierung schlägt außerdem ein neues Inselzuschussprogramm für die Kreisgemeinden vor, bei dem das Geld in die Ausrüstung ausgewählter Kreisstraßenbrücken fließen soll, die für den Einsatz militärischer Streitkräfte von entscheidender Bedeutung sind. Im Planungszeitraum wurden für dieses Vorhaben insgesamt 600 Millionen NOK zur Verfügung gestellt. 

Im Eisenbahnbereich sei es wichtig, mehrere Kreuzungsgleise auf der Ofotbanen und der Kongsvingerbanen zu bauen, heißt es im Transportplan. Auf der Østfold-Linie liegt der Schwerpunkt im Ausbau der Infrastruktur zwischen Råde und Fredrikstad, um das InterCity-Angebot zu stärken. In Kombination mit besserer Instandhaltung und Erneuerung sollen diese kapazitätssteigernden Maßnahmen dazu beitragen, die Bedingungen für Militärtransporte auf drei der vier grenzüberschreitenden Eisenbahnstrecken zwischen Norwegen und dem neuen NATO-Land Schweden zu verbessern. Der maritime Bereich soll ebenfalls ausgebaut werden.

Geplant ist ebenfalls die Harmonisierung der Vorschriften, die Benachrichtigung und gemeinsame Prioritäten umfassen und wird zu einem reibungsloseren Transport zwischen NATO-Ländern in den nordischen Ländern beitragen.

Im Planungszeitraum sollen auch umfassende Analysen der Bedürfnisse, Folgen und Kosten durchgeführt werden, die die NATO-Erweiterung mit Schweden und Finnland für den Ausbau der norwegischen Verkehrsinfrastruktur haben wird.     

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