Fehlende Kenntnisse über Fischereivorschriften bei illegalen Anglern im Oslofjord

Im bedrohten Oslofjord gibt es strenge Angelvorschriften. Vor allem Ausländer sind damit nicht vertraut.©Fiskereidirektoratet

Oslo, 23. April 2024. Mehr als einhundert Menschen wurden von der norwegischen Fischereidirektion Fiskedirektoratet während einer Kontrolle Mitte April beim illegalen Fischen im inneren Oslofjord erwischt – die meisten davon im Laichgebiet, teilt die Fischereidirektion mit. In 14 Laichgebieten an der Skagerrak-Küste und im Oslo-Fjord ist jegliches Angeln vom 1. Januar bis 30. April verboten. Ausgenommen sind anadrome Fische wie die Meerforelle. Das Kabeljau-Angeln ist im Oslo-Fjord das ganze Jahr über verboten. Die Vorschriften gelten für alle, sowohl Berufsfischer als auch Freizeitfischer.

Die überwiegende Mehrheit der illegalen Angler, mit denen die Inspekteure gesprochen haben, waren ausländische Staatsbürger (15 Nationalitäten) mit eingeschränkten Sprachkenntnissen und geringen Kenntnissen der Vorschriften, teilt die Fischereidirektion mit. Einige Angler hätten allerdings auch völlig legal nach Meerforellen gefischt.

„Ziel ist es, mit möglichst vielen Menschen zu sprechen, um sie über die besonderen Schutzmaßnahmen für Fische im Oslofjord zu informieren“, sagt Oberinspektor Jørgen Ree Wiig. Die meisten Angler hätten die Vorschriften nicht gekannt.

„Obwohl viele Menschen weder Norwegisch noch Englisch sprechen, gelingt es uns oft zu erklären, dass das Fischen verboten ist, sei es durch ein völliges Verbot im Laichgebiet oder durch ein Verbot des Kabeljaufangs im gesamten Oslo-Fjord“, sagt Wiig. Um die ausländischen Angelfreunde mit den Regeln bekannt zu machen, hängte die Fischereidirektion Plakate mit einfachen Texten und Symbolen an zentralen Orten auf, an denen sich viele Freizeitfischer treffen.

Wie die Fischereidirektion weiter mitteilt, sei das Leben im Oslo-Fjord stark bedroht und der Küstenkabeljau sei besonders gefährdet. Die Probleme seien komplex und der Schutz vor Fischerei sei eine der Maßnahmen, die eingeführt wurden, aber allein nicht den Fjord retten können. Das Norwegische Institut für Meeresforschung und andere Forschungseinrichtungen verfolgen die Entwicklungen und berichten, dass es bisher kaum oder gar keine positive Entwicklung für den Küstenkabeljau gibt.

Das Fangverbot für Kabeljau und der Schutz jeglicher Fischerei in Laichgebieten im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. April wurde 2019 eingeführt und werde voraussichtlich noch über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.

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