Kronprinz Haakon als Türöffner für norwegische Unternehmen in den Bundesstaaten Washington und Kalifornien unterwegs

Norwegens Kronprinz Haakon hat von 1996 bis 1999 an der Universität in Berkeley studiert. Bei seinem jetzigen Besuch in den USA traf der Kronprinz norwegische Studenten, die heute an der Universität studieren.©Tom Hansen / Innovation Norway

Seattle/San Fransisco, 18. April 2024. Vom 15. bis 18. April stattete der norwegische Kronprinz Haakon den Bundesstaaten Kalifornien und Washington einen offiziellen Besuch ab. Begleitet wurde er von mehreren hundert norwegischen Unternehmensvertretern sowie von Industrieminister Jan Christian Vestre und der Ministerin für Digitalisierung und Verwaltung Karianne Tung. Ziel des Besuchs war die Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Rahmen des grünen Wandels und der Digitalisierung. Eines der wichtigsten Themen in den Gesprächen zwischen amerikanischen und norwegischen Unternehmensvertretern war die Frage, wie Technologie und künstliche Intelligenz genutzt werden können, um die Ziele des grünen Wandels und der Reduzierung des Klima-Fußabdrucks zu erreichen.

Der Besuch an der Westküste der Vereinigten Staaten beinhaltete eine Visite an der alten Universität des Kronprinzen, der UC Berkeley. Kronprinz Haakon war von 1996 bis 1999 selbst Student an der University of California, Berkeley. Hier erwarb er einen Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaft. Einen Teil  seines Studiums verbrachte er im International House, wo ein Treffen mit norwegischen Studenten stattfand. „Es ist wunderbar, wieder in Berkeley zu sein, wo ich drei wichtige Jahre meines Lebens verbracht habe. „Ich habe hier mein erstes Modem installiert und eine E-Mail-Adresse bekommen“, erklärte Kronprinz Haakon. Es sei ein großes Privileg gewesen, an einer der führenden Universitäten der Welt zu studieren.

Die UC Berkeley arbeitet mit mehreren norwegischen Bildungseinrichtungen zusammen. Der norwegisch-amerikanische Peder Sæter war in den 1850er Jahren einer der Gründer der UC Berkeley.

Nächste Station war ein gemeinsamer Besuch mit Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, im Gefängnis San Quentin außerhalb von San Francisco. Sie wurden vom Bürgermeister von Sacramento, der Gefängnisleitung sowie Vertretern der Insassen empfangen und durch das Gefängnisgelände geführt. Der Gouverneur hat sich das Ziel gesetzt, das Gefängnissystem des Staates zu verändern, indem er ein Rehabilitationsprogramm in den Gefängnissen einführt und die Bedingungen für die Insassen verbessert. Ein Großteil der Inspiration für dieses Programm stammt aus dem norwegischen Strafvollzugssystem. Vertreter aus San Quentin waren auf mehreren Studienbesuchen in Norwegen und der norwegische Justizvollzugsdienst hat bisher mehrere Hundert seiner amerikanischen Kollegen zum norwegischen Modell der Betreuung von Strafgefangenen geschult.

In San Francisco standen künstliche Intelligenz und die Förderung norwegischer Technologien auf der Tagesordnung. Hier eröffnete der Kronprinz das Wirtschaftsseminar California – Norway Business Festival.  „Die übergeordnete Herausforderung, die wir hier diskutieren möchten, besteht darin, wie wir unsere Volkswirtschaften an eine grünere Zukunft anpassen können. Wir sind beide Küstenregionen mit einer tiefen Verbindung zum Meer. Wir haben uns beide ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Und wir wissen, dass sie ohne technologische Entwicklung nicht zu erreichen sind“, erklärte der Kronprinz in seiner Eröffnungsrede.

Die amerikanischen Behörden arbeiten gegenwärtig daran, den Fährverkehr in der San Francisco Bay Area zu elektrifizieren. Der Kronprinz nahm an einer von der Schifffahrtsbehörde organisierten Fährfahrt teil. In Norwegen sind Teile der Fährflotte bereits elektrifiziert. Norwegische Unternehmen unterbreiteten daher entsprechende Angebote, die Behörden von San Franscisco bei der Elektrifizierung der Flotte zu unterstützen. Anliegen des Kronprinzen war es, Akteure auf norwegischer und kalifornischer Seite zusammenzubringen.

In San Francisco nahm der Kronprinz gemeinsam mit Vertretern des norwegischen Seafood Councils und Innovation Norway am Norwegischen Seafood Summit teil. Ziel der Konferenz war es, Norwegens führende Position in der nachhaltigen Meeresfrüchteproduktion zu stärken und die Zukunft der norwegischen Meeresfrüchteindustrie zu sichern. Hier präsentierte unter anderem das Fischverarbeitungsunternehmen King Oscar die Premium-Sardinen, Makrelen und Lachse des Unternehmens – drei seiner meistverkauften Produkte, die zur führenden Position des Unternehmens in den USA beigetragen haben. King Oscar arbeitet seit langem mit der norwegischen Königsfamilie zusammen. „Seit dem Tag, an dem wir die Marke vor über hundert Jahren mit König Oscar II. in Verbindung gebracht haben, haben wir das Ziel, unsere einzigartige Geschichte mit dem norwegischen Königshaus auf der ganzen Welt zu bewahren“, sagt Nordvik.  

Der Koch und Gastronom Christopher Haatuft aus Bergen beeindruckte die Teilnehmer des Norwegischen Seafood Summit mit inspirierenden Gerichten aus norwegischen Meeresfrüchten, darunter King-Oscar-Produkten.©Tom Hansen, Innovation Norwegen

Der zweitägige Besuch in Kalifornien und San Francisco endete bei Nvidia, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Nvidia entwickelt unter anderem Grafikprozessoren. Der Kronprinz, Digitalisierungsministerin Tung und Industrieminister Vestre trafen Nvidias Gründer und CEO Jen-Hsun „Jensen“ Huang . Ziel des Treffens war es unter anderem, die Sicht des Unternehmens auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz zu erfahren.

Die norwegische Delegation mit Jensen Huang, CEO des Technologieunternehmens Nvidia (2.v.l.) ©Tom Hansen, Innovation Norwegen

Zwischen Kalifornien und Norwegen wurden Abkommen zur Zusammenarbeit in den Bereichen Studentenaustausch, Forschung und Gefängnisreform vereinbart. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, und David Hochschild, Leiter der California Energy Commission, sowie Norwegens Wirtschaftsminister Jan Christian Vestre unterzeichneten außerdem ein Abkommen (MoU) zur Energie- und Klimakooperation. Der Kronprinz und der norwegische Generalkonsul Gry Rabe Henriksen nahmen an der Zeremonie teil.

Auf der zweiten Station der Reise des Kronprinzen, im Bundesstaat Washington, wurde der Kronprinz herzlich von Einwohner norwegischer Abstammung empfangen. Fast eine Million Norweger sind seit 1825 nach Nordamerika ausgewandert. In Seattle gibt es mit dem National Nordic Museum die einzige Institution in den USA, die Geschichte und Kultur der gesamten nordischen Region präsentiert. In seiner Rede zur Eröffnung eines Empfanges im Museum erinnerte der Kronprinz an die engen Verbindungen seiner Familie zu den USA. „Für meine Familie haben die USA einen besonderen Platz in unseren Herzen. Mein Vater, König Harald, verbrachte mehrere Jahre seiner Kindheit mit seiner Mutter und seinen Schwestern in Washington DC, während in Europa der Zweite Weltkrieg tobte. Wie so oft zuvor boten die USA Schutz und Fürsorge für Menschen in Not, die vor Krieg und Bedrohungen flohen.“    

Herzlicher Empfang in Seattle. Viele Menschen haben hier norwegische Vorfahren.©Tom Hansen, Innovation Norwegen

In Seattle ging es in den Gesprächen um grüne Meeresindustrien, neue Technologien und Nachhaltigkeit. Unter anderem führte er in Seattle Gespräche mit dem Gouverneur des Bundesstaates Washington, Jay Inslee. Nach den Gesprächen wurde eine Kooperationserklärung zwischen Norwegen und dem Bundesstaat Washington zur Zusammenarbeit in den Bereichen maritime Industrie, Meereswirtschaft, Offshore-Windkraft und Weltraumtechnologie unterzeichnet. Hier nahm der Kronprinz an einem norwegisch-amerikanischen Seminar zur Förderung der norwegischen Weltraumtechnologie und der norwegisch-amerikanischen Zusammenarbeit beim Einsatz von Weltraumtechnologie im Meeresmanagement teil.

Unterwegs auf dem Gelände des Bürokomplexes von Amazon in Seattle.©Tom Hansen, Innovation Norwegen

Im Bundesstaat Washington besuchte er zusammen mit der Ministerin für Digitalisierung und dem Industrieminister die Unternehmen Microsoft und Amazon. Bei dem Treffen mit Microsoft wurde der Kronprinz über die Partnerschaft des Unternehmens mit norwegischen Unternehmen zur CO2-Abscheidung informiert und darüber, wie das Unternehmen mit künstlicher Intelligenz als Instrument zur Dekarbonisierung arbeitet. Microsoft ist ein wichtiger Partner des Projektes Northern Lights zur Abspaltung und Speicherung von CO2. Während des Besuchs unterzeichnete das norwegische Unternehmen Aker Carbon Capture eine Vereinbarung mit Microsoft über Kohlenstoffabscheidung und Kohlenstoffgutschriften. 

Bei Amazon als dem weltweit größte Anbieter von Cloud-Diensten stand die Arbeit des Unternehmens mit Nachhaltigkeit und technologischen Lösungen zur Verwirklichung des grünen Wandels im Mittelpunkt des Treffens.

Finden Sie hier weitere Informationen zum Besuch in Berkeley und in San Francisco.

Hier finden Sie die Rede des Kronprinzen auf der Business Conference in Seattle im National Nordic Museum.

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