Norwegens Staatsfonds GPFG darf weiterhin nicht in nicht börsennotierte Aktien investieren

Anteil der Investitionen des norwegischen Staatsfonds GPFG©NBIM

Oslo, 12. April 2024. Das Finanzministerium wird dem Ölfonds weiterhin nicht gestatten, in Aktien zu investieren, die nicht an der Börse notiert sind. Das geht aus dem Weißbuch über den staatlichen Pensionsfonds hervor, das das Finanzministerium dem Storting vorgelegt hat. Das Whitepaper gibt einen Überblick über die Ergebnisse des Government Pension Fund Norway (GPFN) und des Government Pension Fund Global (GPFG) sowie über verantwortungsvolles Investieren. Weitere Themen des diesjährigen Papiers sind nicht börsennotierte Aktieninvestitionen für den norwegischen Staatsfonds GPFG und ein Lösungsvorschlag für die Eigentumsbeteiligung am GPFN.

Gegenwärtig darf der norwegische Staatsfonds in börsennotierte Aktien und Immobilien investieren. Bis zu sieben Prozent des Fonds können darüber hinaus in ausgewählten Großstädten in nicht börsennotierte Immobilien investiert werden. Bis zu zwei Prozent des Fonds dürfen in nicht börsennotierte Infrastruktur für erneuerbare Energien wie Wind- und Solarprojekte in Europa und Nordamerika fließen. Es gibt jedoch keine allgemeine Erlaubnis, in nicht börsennotierte Aktien zu investieren. Die norwegische Zentralbank Norges Bank hatte das Finanzministerium um die Erlaubnis gebeten, dass das Anlageuniversum der GPFG um nicht börsennotierte Aktien erweitert werden sollte. Diese wurde nicht erteilt.

Eine Ausweitung auf nicht börsennotierte Aktien würde Investitionen nach sich ziehen, die auf eine Art und Weise verwaltet werden müssten, die sich wesentlich von der derzeitigen Anlageverwaltung unterscheidet, teilt das Finanzministerium mit. Daher wolle das Finanzministerium mehr Informationen über die finanziellen und nichtfinanziellen Aspekte solcher Investitionen sammeln. Das Ministerium beabsichtigt, wie vom Sverdrup-Ausschuss vorgeschlagen, im Jahr 2024 einen neuen externen Expertenrat für den Fonds einzurichten. Zu den Aufgaben des neuen Rates soll dann die Bewertung verschiedener Aspekte nicht börsennotierter Aktien gehören.

„Die Regierung möchte sich derzeit nicht für nicht börsennotierte Aktien öffnen. Dies ist eine wichtige Entscheidung, und wir müssen uns Zeit lassen, sie sorgfältig zu prüfen. Wir möchten einen unabhängigen Expertenrat für die GPFG einrichten und mit den Beiträgen dieses Rates werden wir eine bessere Entscheidungsgrundlage und eine breitere Debatte über alle Aspekte von Investitionen in nicht börsennotierte Aktien erhalten“, sagt Finanzminister Trygve Slagsvold Vedum.

Starke Renditen hätten dazu bei, dass der Wert des GPFN im vergangenen Jahr deutlich auf über 350 Milliarden NOK stieg, teilt die Regierung mit. Der GPFG erreichte am Jahresende aufgrund starker Erträge und umfangreicher Transfers der Regierung einen Wert von fast 15.800 Milliarden NOK. Die Abwertung der norwegischen Krone bis 2023 habe zur Wertsteigerung des Fonds, gemessen in NOK, beigetragen. Künftig müsse die Regierung darauf vorbereitet sein, dass der Wert des Fonds möglicherweise nicht unbedingt in dem Maße steigt, wie er bisher verzeichnet wurde, und dass es auch Zeiten geben kann, in denen der Wert des Fonds sinken könnte, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Die langfristige Anlagestrategie für den staatlichen Pensionsfonds bietet eine solide Grundlage dafür, dass der Fonds sowohl gegenwärtigen als auch zukünftigen Generationen zugute kommt“, sagt Finanzminister.

Die Eigentumsanteile des GPFN hätten im Laufe der Zeit an der Osloer Börse ein Niveau erreicht, bei dem der GPFN-Fondsmanager Folketrygdfondet auf das potenzielle Risiko aufmerksam gemacht hat, die Grenze des Verwaltungsmandats von 15 Prozent zu überschreiten. Das Problem wurde in mehreren Whitepapers zum Storting diskutiert. Als Lösung schlägt die Regierung vor, ab dem Haushaltsplan 2025 eine Regel für jährliche Entnahmen aus dem GPFN festzulegen. Die jährlichen Abhebungen dürfen nicht größer sein als das, was zur Bewältigung der Eigentumsbeteiligung erforderlich ist.

„Im Storting herrscht breiter Konsens darüber, dass der GPFN ein Finanzinvestor ist. Die Begrenzung des Eigentumsanteils ist wichtig für die Wahrnehmung des Fonds als solchen. Die Regierung löst nun die Eigentumsfrage für das GPFN, sagt Vedum.

Der GPFG darf nur im Ausland, der GPFN nur in Norwegen Investitionen tätigen.

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