Norwegen investiert massiv in den Ausbau seiner Verteidigungsfähigkeit

Für die nächsten zwölf Jahren will die Regierung 600 Milliarden NOK für das Militär zur Verfügung stellen. Auf einer Pressekonferenz haben Norwegens Premierminister Støre, Finanzminister Vedum und Verteidigungsminister Gram (v.l.) einen langfristigen Plan zum Ausbau der Streitkräfte vorgestellt. ©Torbjørn Kjosvold / Verteidigungsministerium

Oslo, 5. April 2024. Norwegens Regierung will von 2024 bis 2036 600 Milliarden NOK in den Ausbau seiner Verteidigungsfähigkeit stecken. Damit wird sich der Verteidigungshaushalt gemessen am realen Kronenwert innerhalb der kommenden zwölf Jahre fast verdoppeln. Alle Bereiche des Militärs sollen davon profitieren – die Personalausstattung der Streitkräfte insgesamt sowie die Luftverteidigung, die Marine und die Bodentruppen. Die Marine erhält die größten Zuwendungen. In einer Pressekonferenz auf dem Patrouillenboot KV Bjørnøya stellten Premierminister Jonas Gahr Støre, Finanzminister Trygve Slagsvold Vedum und Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram einen langfristigen Plan für die Streitkräfte vor. Der Plan muss vom norwegischen Parlament Storting bestätigt werden.

Finden Sie hier den Verteidigungsplan „Das Verteidigungsversprechen – für Norwegens Sicherheit“.

„Die Gewährleistung der Sicherheit der Menschen in Norwegen ist die grundlegendste Aufgabe der Regierung. Wir brauchen eine Verteidigung, die an die aktuelle Lage und die Bedrohungslage angepasst ist. Dieser Plan ist ein historischer Aufschwung für die norwegischen Streitkräfte und beinhaltet eine deutliche Stärkung aller Verteidigungszweige“, sagt Premierminister Jonas Gahr Støre.

Die Regierung plant eine deutliche Stärkung der Marine durch neue Fregatten, U-Boote und andere Schiffe. Der Plan beinhaltet auch eine historische Investition in den Ausbau der Luftstreitkräfte. Unter anderem ist der Kauf eines ersten Langstecken-Luftverteidigungssystem vorgesehen. Die Armee soll von einer auf drei Brigaden erweitert werden, so dass die Bodentruppen auf insgesamt 45.000 Soldaten erhöht werden.

Anteil der Verteidigungsausgaben o am Staatsbudget und o am Bruttoinlandsprodukt©Langtidsplan for forsvarssektoren 2025–2036

„Unser Modell, das Einkommen der Gemeinschaft aus unseren natürlichen Ressourcen zu sichern, versetzt uns in die Lage, mehr für die nationale Sicherheit zu zahlen, ohne die Sozialleistungen für die Menschen zu beeinträchtigen“, sagt Finanzminister Trygve Slagsvold Vedum.

Der Ausbau folgender Bereiche haben für die Regierung Priorität:

  • Verbesserung der derzeitigen Verteidigungsausrüstung. Hierzu gehört die Erhöhung der Munitions- und Materialvorräte, die Instandhaltung von Gebäuden und wichtiger Infrastruktur, die Erhöhung der Kapazität zur Aufnahme von Verbündeten und die Erweiterung des Personalbestandes.
  • Investitionen in die Menschen der Bundeswehr: Bis 2036 will die Regierung rund 4.600 weitere Wehrpflichtige rekrutieren, 13.700 weitere Reservisten und 4.600 weitere Angestellte.
  • Erhebliche maritime Investition: Die Marine erhält mindestens fünf neue Fregatten mit U-Boot-Abwehrhubschraubern, mindestens fünf U-Boote und eine standardisierte Schiffsklasse mit bis zu zehn großen und achtzehn kleineren Schiffen. In Kronen berechnet ist die Stärkung der norwegischen Marine die größte Investition in diesem langfristigen Plan.
  • Verstärkung der Armee. Die Armee wird von einer auf drei Brigaden ausgebaut, eine in der Finnmark, eine in Troms und eine neue Brigade Süd. Es sollen außerdem mehr Präzisionsfeuerwaffen auf große Distanz, mehr Panzer, Luftverteidigung und Hubschrauber für die Armee und die Spezialeinheiten angeschafft werden. Die freiwillige Heimgarde (Hjemmeværnet) soll auf insgesamt 45.000 Soldaten aufgestockt werden.
  • Historische Investition in die Luftverteidigung: Die Regierung wird Luftverteidigungssysteme mit großer Reichweite kaufen, die vor ballistischen Kurzstreckenraketen schützen. Darüber hinaus wird der Umfang der bestehenden NASAMS-Luftverteidigung verdoppelt, um einen besseren Schutz vor Drohnen und Raketen zu gewährleisten. Sowohl die Luftwaffe als auch das Heer erhalten mehr Systeme. Die aktuellen Luftverteidigungssysteme sollen modernisiert werden.
  • Bessere Aufklärung: Mehr Überwachung, Präsenz und Kontrolle mithilfe neuer Schiffe und der Entwicklung von Satelliten- und Drohnenkapazitäten.

„Wir müssen genügend Gebäudebestand bereitstellen, nicht nur für die heutige Verteidigung, sondern auch für eine Verteidigung, die erheblich wachsen wird. Wir müssen die Bildungskapazität erhöhen, um den Bedarf an mehr Menschen zu decken, und wir müssen genügend Mittel bereitstellen, um die Notvorräte aufzufüllen“, erklärt Verteidigungsminister Gram. Dies sei eine Voraussetzung, um eine unausgewogene Verteidigung zu vermeiden, in der Schiffe angedockt und Flugzeuge geparkt sind.

Norwegen sei auf die NATO und seine engen Verbündeten angewiesen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Stärkung der Fähigkeit, alliierte Verstärkung im gesamten nordischen Raum zu empfangen, und mit alliierten Streitkräften, einschließlich Schweden und Finnland, zusammenzuarbeiten, sei für die Sicherheit Norwegens von großer Bedeutung. Durch die Investitionen in den langfristigen Plan will die Regierung wichtige NATO-Anforderungen erfüllen. „Wir bewegen uns von der Rolle eines überwiegenden Empfangslandes zu einem Land, das auch Transit bietet und mit militärischen Kapazitäten zur Verteidigung unserer Region zusammen mit unseren Nachbarn beiträgt“, sagt Gram.

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