Norwegische Zentralbank belässt Leitzins bei 4,5 Prozent

Ida Wolden Bache, Gourverneurin des norwegischen Zentralbank, präsentiert auf einer Pressekonferenz aktuelle Wirtschaftszahlen.©Screenshot/Norges Bank

Oslo, 21. März 2024. Der Ausschuss für Geldpolitik und Finanzstabilität der Norges Bank beschloss auf seiner Sitzung am 20. März, den Leitzins unverändert bei 4,5 Prozent zu belassen. Der Leitzins müsse wahrscheinlich noch einige Zeit auf dem aktuellen Niveau gehalten werden, um die Inflation innerhalb eines angemessenen Zeithorizonts wieder auf das Ziel von zwei Prozent zu bringen, sagt Gouverneurin Ida Wolden Bache.

Wie die Zentralbank mitteilt, wirke sich die Geldpolitik straffend aus. Das Wachstum der norwegischen Wirtschaft sei gering. Die Preisinflation verlangsame sich, liege aber immer noch deutlich über dem Zielwert. Die Unternehmenskosten seien in den letzten Jahren stark gestiegen, und das hohe Lohnwachstum und die Abwertung der Krone bis 2023 würden dazu beitragen, dass die Inflation auch in Zukunft hoch bleibt.

Seit dem geldpolitischen Bericht vom Dezember 2023 sei die Aktivität in der norwegischen Wirtschaft höher und die Preisinflation niedriger als prognostiziert. Bei seiner Einschätzung der Zinsaussichten befürchtete der Ausschuss, dass bei einer vorzeitigen Leitzinssenkung die Inflation unter anderem deshalb hoch bleiben könnte, weil die Krone dann schwächer werden könnte. Andererseits könnte eine zu restriktive Geldpolitik die Wirtschaft stärker als nötig bremsen. Der Ausschuss ist der Ansicht, dass ein Leitzinspfad, der im Großen und Ganzen mit der Prognose im vorherigen Bericht übereinstimmt, einen angemessenen Kompromiss zwischen den Zielen der Geldpolitik darstellt.

Die aktuelle Prognose geht davon aus, dass der Leitzins bis zum Herbst weiterhin bei 4,5 Prozent verharren und dann allmählich sinken wird. Es wird erwartet, dass das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2024 niedrig bleibt, bevor es wieder anzieht. Die Arbeitslosigkeit werde voraussichtlich leicht steigen, allerdings etwas geringer als im Dezember erwartet. Die Inflation werde im Jahr 2024 etwas schneller verlangsamt als zuvor prognostiziert und sich gegen Ende 2027 der Marke von zwei Prozent nähern.

Es bestehe Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der norwegischen Wirtschaft, teilt Norges Bank mit. Bei seiner Erörterung des Risikogleichgewichts befasste sich der Ausschuss mit den großen Unterschieden zwischen den Branchen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaftsaussichten. Wenn die Kosteninflation hoch bleibt oder sich herausstellt, dass die Krone schwächer ist als prognostiziert, könnte die Inflation länger als derzeit prognostiziert hoch bleiben. In diesem Fall ist der Ausschuss bereit, den Leitzins erneut anzuheben. Sollte es zu einer stärkeren Verlangsamung der norwegischen Wirtschaft kommen oder die Inflation schneller zurückgehen, könnte der Leitzins früher als derzeit geplant gesenkt werden.

Die Krone gewann unmittelbar nach der Bekanntgabe der erwarteten Beibehaltung des Leitzinses an Wert. Ein Euro kostete um 11.20 Uhr 11,50 NOK.

Laden Sie hier den Monetary Policy Report 1/24 herunter.

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