Norwegen beteiligt sich an multilateraler militärischer Weltraumkooperation

Während seines Aufenthaltes zur Münchner Sicherheitskonferenz besuchte Norwegens Verteidigungsminister Bjørn Arid Gram auch das deutsche Unternehmen Isar Aerospace, das einen Startplatz im norwegischen Space Center Andøya gemietet hat. Im Bild: Hier signiert der Minister die 28-Meter-hohe-Spectrum-Rakete von ISAR, die demnächst vom norwegischen Space Center Andøya aus Satelliten ins All transportieren soll.©Lars Gjemble, Verteidigungsministerium

München, 17. Februar 2024. Im Dezember vergangenen Jahres wurde Norwegen neben Italien und Japan während eines Treffen der Combined Space Operations (CSpO) in Berlin zur Mitarbeit an dem Weltraumoperationszentrum des US-Verteidigungsministeriums eingeladen – ein Gremium, das dem Combined Force Space Component Command (CFSCC) unterstellt ist und die operative Führung und Kontrolle der Weltraumstreitkräfte innehat. Dabei geht es um die Koordinierung, Planung, Integration, Synchronisierung und Ausführung von Weltraumoperationen und die Bereitstellung maßgeschneiderter Weltraumaktionen auf Abruf zur Unterstützung kämpfender Streitkräfte zur Erreichung nationaler Sicherheitsziele. Mitglieder sind seit 2020 die nationalen Weltraumkooperationszentren Australiens, Kanadas, Frankreichs, Deutschlands, Neuseelands und des Vereinigten Königreichs.

Wie die norwegische Regierung mitteilt habe Norwegen bei der militärischen Arbeit im Weltraumbereich durch die Entwicklung von Fachwissen und Technologie große Fortschritte gemacht. Die Sp/Ap-Regierung habe eine besondere Investition in den Weltraumbahnhof Andøya getätigt, um die militärische Präsenz im Weltraumbereich zu erhalten und weiterzuentwickeln. Norwegen sei daher ein attraktiver Partner für die Partnerländer.

„Fähigkeiten im Weltraumbereich sind wichtig für die Aufrechterhaltung der nationalen Kontrolle und Handlungsfreiheit in unseren unmittelbaren Gebieten. Die nördlichen Polarregionen/Andøya haben eine einzigartige Lage, wenn es um den Zugang zum Weltraum geht. Aus diesem Grund wurde der Weltraumbahnhof Andøya von der Sp/Ap-Regierung im diesjährigen Haushalt entsprechen berücksichtigt. Ich bin daher sehr zufrieden, dass Norwegen nun zu den großen verbündeten Raumfahrtnationen zählt“, sagt Verteidigungsminister Bjørn Arid Gram.

Norwegen entwickele sich zu einer Raumfahrtnation durch den Aufbau von Fachwissen, Technologie und Kapazitäten sowohl auf ziviler als auch auf militärischer Seite, heißt es in einer Pressemitteilung. In den nächsten Jahren sollen weitere Satelliten positioniert werden. Norwegen sei im alliierten Kontext bei der Entwicklung militärischer Weltraumoperationen weit vorne. Das norwegische Defence Space Operations Center wurde im Jahr 2022 gegründet. Die Investition der Sp/Ap-Regierung in den Weltraumbahnhof Andøya sichere zivile und militärische Kapazitäten und sei ein nationaler Beitrag zu den alliierten Weltraumbemühungen zur Sicherung des Zugangs zum Weltraum.

In einer zukünftigen sicherheitspolitischen Krise oder einem bewaffneten Konflikt könnten Satelliten Sabotage und militärischen Angriffen ausgesetzt sein. Im Falle eines Satellitenverlusts werde es für die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte und ihrer Verbündeten von entscheidender Bedeutung sein, schnell neue Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen, um sowohl verlorene Kapazitäten zu ersetzen als auch bestehende Kapazitäten zu ergänzen.

Der Weltraumbahnhof Andøya könnte daher künftig zu einer strategischen Ressource und wichtigen Fähigkeit für den zivilen und militärischen Start von Satelliten aus Europa werden. Der Weltraumbahnhof Andøya leiste somit auch einen wichtigen nationalen Beitrag zu alliierten Weltrauminvestitionen im Rahmen der NATO.

Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz MSC hat der norwegische Außenminister Espen Barth Eide dem FAZ-Podcast ein längeres Interview gegeben. Darin spricht er u.a. 

  • über die Konsequenz ausbleibender Waffenlieferungen an die Ukraine;
  • die Beistandsverpflichtung der NATO und
  • die Genozid-Anschuldigungen an Israel.

Finden Sie hier gesamte Interview ab Minute 15 (bis Minute 35):

Lesen Sie hier mehr über das Space Center Andøya.

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