Norwegens Außenminister in China: Beide Länder wollen Zusammenarbeit stärken

Außenminister Espen Barth Eide und Chinas Außenminister Wang Yi.©Ragnhild Simenstad/UD

Peking, 6. Februar 2024. In diesem Jahr jährt sich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Norwegen und China zum 70. Mal. Während eines Besuchs des norwegischen Außenministers Espen Barth Eide am 5. und 6. Februar in Peking vereinbarten beide Länder, das Jubiläum zu feiern und hochrangige Besuche weiter zu intensivieren. Eide traf sich mit Außenminister Wang Yi und dem Leiter der internationalen Abteilung der Kommunistischen Partei, Liu Jianchao sowie mit dem stellvertretenden Premierminister Ding Xuexiang. Norwegen arbeitet mit China zusammen, um norwegische Interessen zu schützen, sowohl langfristige wirtschaftliche Interessen als auch Interessen im Zusammenhang mit der internationalen Entwicklung, teilt das Außenministerium mit.  In Shanghai besuchte Eide eines der Projekte, die das norwegische Architekturbüro Snøhetta an der Grand Opera realisiert und traf norwegische Unternehmen.

„Es ist wichtig, mit China über Entwicklungen in der internationalen Politik und der Weltwirtschaft einen Dialog und eine Zusammenarbeit zu führen. Wir haben unter anderem über die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine, die Situation im Roten Meer, die Notwendigkeit der Zusammenarbeit in den Bereichen Klima und Natur sowie darüber gesprochen, wie wir die internationalen Organisationen stärken können. Ich habe mich auch mit den Menschenrechten beschäftigt“, sagt der Außenminister. Unterschiedliche Ansichten würden dem Meinungs- und Erfahrungsaustausch nicht im Wege stehen. Menschenrechte seien ein wichtiger Teil der Beziehungen Norwegens zu China. „Ich habe die chinesischen Behörden aufgefordert, ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen, und ich habe die Menschenrechtslage angesprochen, auch in Xinjiang, Tibet und Hongkong“, sagt Eide. „Norwegen muss eine klare und vorhersehbare China-Politik verfolgen, die auf der Breite unserer Interessen, einschließlich unserer nationalen Sicherheit, basiert. Um dies zu erreichen, ist eine gute Wissensentwicklung und ein guter Informationsaustausch mit norwegischen gesellschaftlichen Akteuren, insbesondere Wirtschaft und Wissenschaft, wichtig, sagt Eide.

Beide Länder einigten sich darauf, die Zusammenarbeit in mehreren Bereichen fortzusetzen, die Einrichtung eines Dialogs über die Zusammenarbeit beim grünen Wandel zu erörtern und die zwischenmenschliche Zusammenarbeit zu erleichtern. Sie vereinbarten darüber hinaus, zur Aufrechterhaltung des Multilateralismus und des Freihandels beizutragen und die Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Schutz der biologischen Vielfalt zu stärken.

Sie diskutierten auch über die Entwicklungen im Nahen Osten. Beide sind sich über die Notwendigkeit eines sofortigen Waffenstillstands in Gaza einig und müssten der Bevölkerung eine deutlich erhöhte humanitäre Hilfe ermöglichen. Sie betonten die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen, um eine regionale Ausbreitung des Konflikts zu verhindern, und forderten die sofortige Freilassung aller Geiseln.

Beide äußerten sich besorgt über die Entwicklung der Gewalt im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, und betonten die Notwendigkeit, die Unterstützung für die Palästinensische Autonomiebehörde zu stärken. Auf einen Waffenstillstand müsse ein politischer Prozess folgen, der zu einer Zwei-Staaten-Lösung führt, in der sowohl Israelis als auch Palästinenser in Frieden und Sicherheit leben können. Beide äußerten sich auch besorgt über die wachsenden Unruhen im gesamten Nahen Osten. Sie beschlossen, die Konsultationen fortzusetzen und nach Möglichkeit über multilaterale Organisationen zusammenzuarbeiten.

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