Touristen in Norwegen sollen sich an Kosten öffentlicher Dienstleistungen der Kommunen beteiligen

Tagesgäste und Kreuzfahrtpassagiere sollen öffentliche Dienstleistungen wie Müllentsorgung, Wegeinstanhaltung und Toilettenreinigung in den besuchten Kommunen künftig mit finanzieren. Im Bild die Gemeinde Risør.©BPN

Oslo, 31. Januar 2024. Touristenmagnete wie die Lofoten und Geiranger erachten es für norwendig, auch Touristen zur Finanzierung tourismusbezogener öffentlicher Dienstleistungen wie Müllentsorgung, Wegeinstandhaltung und Toilettenreinigung heranzuziehen. Die Regierung plant daher Pilotprojekte, bei denen Besucher entsprechende Beiträge leisten sollen. Dabei geht es darum, Lösungen zu finden, die die Kommunen bei ihrem Anliegen unterstützen.

Anfang Februar will die Regierung einen Fahrplan für die Tourismusbranche vorstellen, der auch eine mögliche Lösung für den neuen Besucherbeitrag beinhaltet. „Besucherbeiträge sind gefragt und kommen den örtlichen Gemeinden und dem Tourismus zugute. Wenn die Touristen etwas mehr zur Finanzierung beitragen, können beliebte Reiseziele sowohl für ständige Einwohner als auch für Besucher und die Geschäftswelt viel bessere Einrichtungen bieten“, sagt Industrieminister Jan Christian Vestre.

Derzeit arbeite die Regierung an Gesetzesänderungen, die die Durchführung von Pilotprojekten mit lokalen Besucherbeiträgen ermöglichen. Um auch Tagesgäste zu erreichen, wird die Regierung Pilotgemeinden, die Besucherbeiträge einführen, erlauben, die Übernachtungsgebühr mit einer Parkgebühr und/oder einer Kreuzfahrtpassagiergebühr zu kombinieren. Die Regierung will auch die Möglichkeit prüfen, eine tägliche Besuchergebühr einzuführen, ähnlich einem Modell, das Venedig im Frühjahr 2024 testet. Es soll als eine Art Eintrittskarte für die Stadt fungieren.

Am 26. August 2021 hat von der Solberg-Regierung bereits einen Ausschuss eingesetzt, um die Möglichkeiten für Besuchermanagement und Reisezielentwicklung in norwegischen Kommunen zu untersuchen. Der Ausschuss wurde nach dem Regierungswechsel im Herbst 2021 mit unverändertem Mandat und unveränderter Zusammensetzung weitergeführt. Unter anderem wird in einem Bericht des Ausschusses erwähnt, dass 20 europäische Länder bereits Besucherbeiträge für Kurzaufenthalte eingeführt haben. Die Beherbergungssteuer ist die häufigste Form des Besucherbeitrags in Europa.

„Besucherbeiträge sind in Norwegen etwas völlig Neues, und was wir jetzt leisten, ist bahnbrechende Arbeit. Wir haben offen darauf hingewiesen, dass eine gründliche gesetzgeberische Arbeit erforderlich ist, bevor wir den Vorschlag zur Konsultation weiterleiten. Uns ist auch sehr bewusst, dass die Spieler gute Fortschritte wollen. Es bleibt noch viel zu tun, aber ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam gute und praktische Lösungen finden werden“, sagt Vestre.

Die Tourismusbranche beschäftigt über 180.000 Mitarbeiter. Ziel der Regierung ist es, dass Norwegen die nachhaltigste Tourismusbranche der Welt entwickelt, mit mehr ganzjährigen Arbeitsplätzen, höherer Rentabilität und noch spektakuläreren Erlebnissen.

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