Norwegens Forschungs- und Hochschulministerin wegen Plagiats in ihrer Masterarbeit zurückgetreten

Sandra Borch gab auf einer Pressekonferenz am 19. Januar ihren Rücktritt bekannt.©Screenshot/ Ministerium für Forschung und Hochschulbildung

Oslo, 19. Januar 2024. Norwegens Ministerin für Forschung und Hochschulbildung Sandra Borch ist zurückgetreten. In Borchs Masterarbeit in Rechtswissenschaften an der Arctic Universität UiT Norwegen Tromsø wurden mehrere Passagen gefunden, die aus Studentenarbeiten kopiert wurden. Sie räumte ein, vor zehn Jahren in ihrer Masterarbeit Texte übernommen zu haben, ohne die Quellen anzugeben. Die Website E24 machte das Fehlverhalten öffentlich. Ihr Vorgänger Ola Borten Moe war im Sommer zurückgetreten, da er unter anderem mit dem Kauf von Anteilen am Rüstungs- und Technologieunternehmens Kongsberg Gruppen gegen die Richtlinien der Regierung für den Aktienhandel und damit auch gegen die Ethikregeln der Regierung verstoßen hatte. Neuer Minister für Forschung und Hochschulbildung wurde der bisherige Staatssekretär Oddmund Hoel von der Zentrumspartei.

„Als Ministerin für Forschung und Hochschulbildung war es mir ein Anliegen, für eine gute Regelung der Prüfungsdurchführung zu sorgen. Ich sehe ein, dass der von mir begangene Fehler nicht mit der Verantwortung für diese Vorschriften vereinbar ist. Das tut mir sehr leid und ich werde die Konsequenzen tragen und als Ministerin zurücktreten“, sagt Borch in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

Am Samstag, 19. Januar, trat Premierminister Jonas Gahr Støre vor die Presse und informierte über den Rücktritt. „Ich verstehe, dass Sandra Borch der Meinung ist, dass dieser Fall es für sie schwierig macht, als Ministerin für Hochschulbildung das nötige Vertrauen zu gewinnen“, sagte Støre.  Er respektiere die Entscheidung. Sandra Borch habe als Ministerin in zwei Ministerien wichtige Arbeit geleistet und er habe die Zusammenarbeit sehr geschätzt.

Sandra Borch trat im Oktober 2021 als Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung in die Regierung ein. Im August 2023 trat sie ihr Amt als Ministerin für Forschung und Hochschulbildung an.

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