Mehrheit im norwegischen Parlament unterstützt Öffnung des norwegischen Schelfs für Erkundung und Gewinnung von Meeresbodenmineralien

Umweltorganisationen protestierten gegen das Gesetz zur Erlaubnis von Bergbau auf dem Meeresboden.©WWF

Oslo, 9. Januar 2024. Das norwegisches Parlament Storting hat am 9. Januar bei einer Abstimmung über den „Mineralabbau auf dem norwegischen Festlandsockel – Gebietserschließung und Strategie zur Bewirtschaftung der Ressourcen“ beschlossen, den norwegischen Festlandsockel für die Erkundung und mögliche Gewinnung von Meeresbodenmineralien zu öffnen. Zu den Befürwortern des Gesetzes gehören die regierende Arbeiterpartei und die Zentrumspartei sowie die Oppositionsparteien Høyre und die Fortschrittspartei. Die Entscheidung im Storting wurde von Demonstrationen von Umweltorganisationen vor dem Gebäude begleitet.

Norwegens Pläne, mit dem Bergbau auf dem Meeresboden zu beginnen, sind höchst umstritten. Über 22 internationale und elf norwegische Umweltorganisationen haben in einem Brief an den norwegischen Premierministers Jonas Gahr Støre dessen Rücktritt als Co-Vorsitzender des hochrangigen Gremiums für eine nachhaltige Meereswirtschaft (Ocean Panel) gefordert, sollte Norwegen nicht Abstand vom geplanten Abbau von Rohstoffen auf dem Meeresboden nehmen und den Eröffnungsprozess für den Abbau von Mineralien in der Tiefsee nicht stoppen. 

„Ein so rücksichtsloses und arrogantes Spiel mit der Natur, bei dem man sich über das gesamte Fachwissen hinwegsetzt und den Eröffnungsprozess beschleunigt, ohne die großen Wissenslücken zu schließen, kann katastrophale Folgen haben, sowohl für das Leben im Meer als auch für den Ruf Norwegens. Dies ist eine Entscheidung, die im Widerspruch zu nachhaltigem Meeresmanagement und den vielen internationalen Abkommen steht, zu denen sich Norwegen verpflichtet hat“, sagt Karoline Andaur, Generalsekretärin des WWF World Wide Fund for Nature.

Die meisten Storting-Abgeordneten hatten wenige Interesse an der Aussprache, die der Abstimmung zum Mineralabbau auf dem norwegischen Festlandsockel vorausgegangen war.©Storting/Screenshot

Das Norwegische Offshore Direktorat, ehemals Norwegisches Petroleum Direktorat, kartiert seit 2017 weite Gebiete im nördlichen Norwegischen Meer. Es wurden Proben genommen und Daten über Mineralien und Metalle gesammelt, die auf dem Meeresboden gefunden wurden. Es gab eigene Expeditionen und Expeditionen in Zusammenarbeit mit Expertengemeinschaften an den Universitäten in Tromsø und Bergen. Das Ergebnis der Untersuchung: Auf dem norwegischen Festlandsockel gibt es Sulfide und Mangankrusten, die Metalle und Mineralien enthalten, die für die Technologie wie Batterien, Windkraftanlagen, PCs und Mobiltelefone gebraucht werden.

Finden Sie hier mehr Informationen zu Bodenschätzen auf dem norwegischen Schelf.

Finden Sie hier das Video zur Aussprache. Es ist möglich, in der Live-Übertragung bis zu 6 Stunden zurückzuspulen. Die Live-Übertragungen werden gespeichert und stehen im Videoarchiv zur Verfügung.

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