Norweger nutzen immer häufiger ihr Auto und zahlen immer mehr Maut

Immer weniger Menschen haben nach einer aktuellen Umfrage das Gefühl, dass die Politiker ihre Herausforderungen im Alltag verstehen.©NAF

Oslo, 27. Dezember 2023. 77 Prozent der Erwachsen nutzten 2023 in Norwegen im Alltag ein Auto. Im Jahr 2019 waren es nur 71, zwei Jahre später bereits 74 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 4.242 Personen, die von Norstat für den Automobilverband NAF durchgeführt wurde. Die Umfrage zeigt auch, dass es mittlerweile mehr Menschen gibt, die Maut zahlen als früher. Während im Jahr 2021 noch 29 Prozent angaben, fast nie an einer Mautstelle vorbeizukommen, sind es im Jahr 2023 nur noch 22 Prozent. Entsprechend steigt der Anteil derjenigen, die mehr als zweimal pro Woche durch Mautstellen fahren, von 36 Prozent im Jahr 2021 auf 44 Prozent im Jahr 2023.  

„Wir sehen, dass mehr Menschen Maut zahlen, und zwar mehr als zuvor. Vor zwei Jahren hatten 60 Prozent eine Mautrechnung von weniger als 500 NOK pro Monat. In diesem Jahr sinkt dieser Wert auf 51 Prozent. „Es ist eine Entwicklung, die uns Sorgen macht“, sagt Ingunn Handagard, Pressemanager bei NAF.

Der Anteil der Besitzer eines Dieselautos sank seit 2021 um sechs Prozent und der Anteil der Besitzer eines Benziners um vier Prozent.  Mittlerweile besitzt etwa jeder Vierte ein Elektroauto. Der Anteil ist in den Städten am höchsten. Darüber hinaus gibt es deutlich mehr Menschen als zuvor, die sagen, dass das nächste Auto ein Elektroauto sein wird.  

Eine Entwicklung, die die Politiker beunruhigen sollte, sei die Tatsache, dass immer weniger Menschen angeben, dass sie das Gefühl haben, dass die Politiker ihre Herausforderungen im Alltag verstehen, heißt es in der NAF-Pressemitteilung. Mehr als die Hälfte der Befragten, 56 Prozent, geben an, dass sie nicht der Meinung sind, dass die Politiker verstehen, wo der Schuh drückt. Im Jahr 2021 gaben 45 Prozent diese Antwort.  

„Es besteht ein starker politischer Druck, die Autonutzung zu reduzieren. Aber wenn wir sehen, dass die Autonutzung zunimmt und die Mautgebühren steigen, dann liegt das daran, dass die Alternativen heute nicht gut genug sind. Der Umstieg auf ein Elektroauto ist für die Menschen eine Möglichkeit, etwas umweltfreundlicher und kostengünstiger zu fahren, doch nicht jeder hat die Möglichkeit, ein neues Auto zu kaufen. Daher könnten sie das Gefühl haben, dass die Politik nicht ihren Bedürfnissen im Alltag entspricht“, sagt Handagard.  

Welche Verkehrsmittel nutzen Sie auf Ihrer täglichen Reise? 

2019 2021 2023 
Auto 71 % 74 % 77 % 
Bus 29 % 21 % 31 % 
Zug 9 % 7 % 13 % 
Gleis/Straßenbahn 12 % 10 % 14 % 
Elektrisches Fahrrad 3% 5 % 7 % 
Fahrrad 14 % 14 % 12 % 
Zu Fuß 37 % 32 % 41 % 
©Verkehrsbarometer NAF

 Die Umfrage ist nach Landkreis, Alter und Geschlecht gewichtet und wurde im Januar-Februar 2023 durchgeführt.  

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