Norwegischer Energiekonzern Equinor schließt mit Deutschland riesigen langfristigen Gasliefervertrag

Equinor’s CEO Anders Opedal (l.)und Dr. Egbert Laege, CEO von SEFE, bei der Vertragsunterzeichnung. Anwesend waren Jon Hansen, Ministerrat der norwegischen Botschaft in Berlin (stehend,l.), und Dr. Philipp Steinberg, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, BMWK©Axel Kammann / Equinor

Berlin/Stavanger, 19. Dezember 2023. Der staatliche norwegische Energiekonzern Equinor ASA wird dem deutschen Energieunternehmen SEFE Securing Energy for Europe GmbH vom 1. Januar 2024 bis 2034 jährlich rund zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas (111 Terawattstunden) liefern. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichnete die beiden Unternehmen am 19. Dezember mit einer Option für weitere fünf Jahre, die sich auf insgesamt rund 29 Milliarden Kubikmeter Erdgas (319 Terawattstunden) beläuft. Die Lieferungen werden zu marktüblichen Konditionen erfolgen. Die jährlichen Mengen entsprechen einem Drittel des deutschen Industriebedarfs. Nach dem Troll-Gasverkaufsvertrag von 1986 sei dies einer der größten Gasverkaufsverträge, den Equinor (früher Statoil) abgeschlossen hat, teilt Equinor mit. Wie CEO Anders Opedal gegenüber der norwegischen Zeitung VG bestätigte, hat die Vereinbarung einen Wert von 585 Milliarden NOK. Das Gas soll an Trading Hub Europe (THE) in Deutschland, Title Transfer Facility (TTF) in den Niederlanden und den National Balancing Point (NBP) im Vereinigten Königreich geliefert werden. Die SEFE Securing Energy for Europe GmbH (SEFE) ist eine frühere Tochter des russischen Energiekonzerns Gazprom, die inzwischen dem Bund gehört.

*bezieht sich nur auf Nord Stream 1, bei anderen Transportrouten aus dem Osten liegt ein Bezug zu Russland nahe©Bundesnetzagentur/Statista

Die Unternehmen unterzeichneten außerdem eine nicht bindende Absichtserklärung, die vorsieht, dass SEFE ab 2029 bis 2060 ein langfristiger Abnehmer von CO2-armen Wasserstofflieferungen im Giga-Maßstab von Equinor werden soll. Der Wasserstoff könne aus Projekten stammen, die Equinor sowohl auf dem Kontinent als auch in Norwegen plane, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Zu Beginn der Vertragszeit ist die Lieferung von jährlich fünf Terawattstunden geplant, die schrittweise auf bis zu 40 Terawattstunden pro Jahr von 2050 bis 2060 erhöht werden soll. 

SEFE ist im Handel & Portfoliomanagement, Vertrieb und in der Speicherung von Energie tätig und hat seine stärkste Präsenz in Deutschland und dem Vereinigten Königreich. SEFE beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter und beliefert über 50.000 Kunden, insbesondere Industriekunden und Stadtwerke in Deutschland und sieben weiteren europäischen Märkten. Mit einem Vertriebsvolumen von über 210 TWh Gas spiele SEFE eine zentrale Rolle für die Stabilität der Energieversorgung in Deutschland und Europa, teilt das Unternehmen mit. Eigentümer der SEFE ist der Bund. 

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