Norges Bank rät zu generellen Investitionen des Staatsfonds in nicht börsennotierte Unternehmen

Ida Wolden Bache, Gouverneurin der Norges Bank, Nicolai Tangen (l.), Vorsitzender des norwegischen Staatsfonds, und Trond Grande, stellvertretender Vorsitzende des Fonds, erläutern die Empfehlung vor der Presse.©NBIM, Screenshot

Oslo, 28. November 2028. Norwegens Staatsfond Statens pensjonsfond utland sollte die Möglichkeit erhalten, künftig generell in nicht börsennotierte Aktien zu investieren. Das rät die norwegische Zentralbank Norges Bank dem Finanzministerium. Bisher darf der Fonds nur Aktien börsennotierter Unternehmen erwerben. Außerhalb börsennotierter Unternehmen sind seit 2010 lediglich Investitionen in nicht börsennotierte Immobilien und seit 2019 Investitionen in nicht börsennotierte Infrastruktur für erneuerbare Energien möglich. Seit 2011 darf der Fonds auch Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen tätigen, bei denen der Vorstand die Absicht geäußert hat, eine Börsennotierung zu beantragen. Hintergrund der Empfehlung von Norges Bank an das Finanzministerium ist die Überzeugung der Zentralbank, dass ein immer größerer Anteil der globalen Wertschöpfung auf dem nicht börsennotierten Markt stattfindet.

„Unserer Einschätzung nach wäre die Zulassung von Investitionen in nicht börsennotierte Aktien eine natürliche Weiterentwicklung der Anlagestrategie. Ein immer größerer Anteil der globalen Wertschöpfung findet auf dem nicht börsennotierten Markt statt“, sagt Ida Wolden Bache, Gouverneurin der norwegischen Zentralbank. „Wir glauben, dass eine solche Öffnung dem Fonds im Laufe der Zeit höhere Renditen bringen könnte und dass es möglich sein wird, in nicht börsennotierte Aktien auf eine Weise zu investieren, die unseren Erwartungen an Transparenz und Verantwortung entspricht“.

Der Fonds werde Investitionsmöglichkeiten angehen und schrittweise Kompetenzen aufbauen, sofern das Finanzministerium dem Fonds die Investition in nicht börsennotierte Aktien gestattet. „Wir haben gute Erfahrungen mit einem schrittweisen Ansatz aus den anderen nicht börsennotierten Investitionen des Fonds“, so Wolden Bache weiter.

Investitionen des norwegischen Staatsfonds nach Bereichen

Der Fonds hatte zum 30. September 2023 einen Wert von 14.801 Milliarden NOK. 70,6 Prozent des Fonds waren in börsennotierte Aktien, 27,1 Prozent in festverzinsliche Wertpapiere, 2,2 Prozent in nicht börsennotierte Immobilien und 0,1 Prozent in nicht börsennotierte erneuerbare Infrastrukturenergie investiert.©NBiIM

Mit Schreiben vom 27. März 2023 hatte das Finanzministerium die norwegische Zentralbank Norges Bank gebeten, verschiedene Aspekte von Investitionen in nicht börsennotierte Aktien zu analysieren. Jetzt wurde ein Bericht übergeben, in dem Norges Bank zentrale Aspekte der Verwaltung des Staatlichen Pensionsfonds im Ausland beschreibt und Entwicklungen erläutert, die sich darauf auswirken können, ob der Fonds für nicht börsennotierte Aktien geöffnet werden sollte und wie sich eine solche Öffnung auf die Rendite- und Risikoeigenschaften des Fonds auswirken kann. Abschließend beschreibt Norges Bank, wie sie sich konkret vorstellt, dass Investitionen in nicht börsennotierte Aktien getätigt werden sollen.

Lesen Sie hier die Einführungen von Ida Wolden Bache inklusive der Präsentationen.

Lesen Sie hier das Schreiben an das Finanzministerium vom 28. November 2023 zur Anlagestrategie des Government Pension Fund Global in nichtbörsennotierte Unternehmen.

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