Norwegen und Deutschland entwickeln neue „Superrakete“

Die Rakete wurde bisher als Future Naval Strike Missile (FNSM) bezeichnet. In der weiteren Entwicklung wird sie unter dem Namen Super Sonic Strike Missile (3SM) Tyrfing laufen.©Kongsberg

Kongsberg/Oslo, 24. November 2023. Die norwegische Regierung hat angekündigt, dass sie in Zusammenarbeit mit Deutschland und Kongsberg Defence & Aerospace als führendem Industriepartner mit der Entwicklung einer Angriffsrakete der nächsten Generation beginnen wird. Kongsberg Defence & Aerospace, Entwickler der heute im Einsatz befindlichen Naval Strike Missile (NSM), werde die führende Rolle bei der Entwicklung der neuen Naval Strike Missile übernehmen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Die neue Rakete wird den Namen SuperSonic Strike Missile (3SM) Tyrfing tragen und soll 2035 einsatzbereit sein. Die Entwicklung der 3SM Tyrfing ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Norwegen und Deutschland und soll auf Marineschiffen beider Länder eingesetzt werden.

„Die Entwicklung norwegischer Raketen ist eine Erfolgsgeschichte. Die norwegische Verteidigungsindustrie, mit KONGSBERG an der Spitze, verfügt über einzigartiges Fachwissen und produziert Weltklasse-Raketen. Das Projekt wird dieses strategisch wichtige Fachwissen weiter ausbauen, damit wir weiterhin Raketen entwickeln können, die für andere NATO-Länder und enge Verbündete attraktiv sind“, sagte Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram. „Deutschland ist unser wichtigster europäischer Partner für die Zusammenarbeit bei Verteidigungsgütern und ein wichtiger Verbündeter in der NATO.“

Die Regierung schlägt nun vor, die erste Entwurfsphase des Projekts einzuleiten. Auch Deutschland plane, im neuen Jahr über eine Entscheidung zur Inbetriebnahme nachzudenken. Sobald die Entwurfsphase abgeschlossen ist, werde sich die Regierung mit einer Empfehlung zur Fortsetzung des Projekts an das Storting wenden, teilt das Verteidigungsministerium mit.

Bei großen und komplexen Entwicklungsprojekten in der High-Tech-Industrie bestehe eine hohe Unsicherheit, so Gram. Für die Regierung sei es wichtig, das finanzielle Risiko des Projekts zu minimieren. Deshalb plane die Regierung einen Prozess mit verschiedenen Phasen, wobei jede Phase ihren eigenen Kostenrahmen hat und das Ziel eine gute Kontrolle über die Kosten in jeder Phase ist.

Das neue Raketenprojekt werde sicherstellen, dass Norwegen seine weltweit führende Position in der Raketenproduktion behält, erklärt Eirik Lie, Präsident von Kongsberg Defence & Aerospace. Das Projekt werde neue norwegische Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig Norwegen und seinen Verbündeten verbesserte Verteidigungsfähigkeiten bieten.

Die heutige NSM wurde Anfang der 2000er Jahre entwickelt und von 2011 bis 2015 an die norwegischen Streitkräfte geliefert. Inzwischen ist die Rakete in 13 Ländern Bestandteil der Armeen.

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