Yara International will flüssiges CO2 ab 2025 aus den Niederlanden zur dauerhaften Lagerung nach Norwegen verschiffen

Das Ammoniakwerk von Yara International im niederländischen Sluiskil.©Yara International

Oslo, 20. November 2023. Der norwegische Düngemittelkonzern Yara International ASA, einer der weltweit größten Ammoniakproduzenten, und Northern Lights JV DA, ein Joint Venture zwischen Equinor, Shell and TotalEnergies, haben eine verbindliche Vereinbarung über den Transport von CO2 aus dem niederländischen Sluiskil nach Øygarden in Norwegen und die Lagerung unter dem norwegischen Festlandsockel unterzeichnet. Yara will seine jährlichen CO2-Emissionen aus der Ammoniakproduktion seines Werkes im niederländischen Sluiskil um 800.000 Tonnen reduzieren. Hierfür soll das abgeschiedene flüssige CO2 von Northern Lights per Schiff aus den Niederlanden zur dauerhaften Lagerung 2,6 Kilometer unter dem Meeresboden vor Norwegen transportiert werden.

Die Entfernung von 800.000 Tonnen CO2 bei Yara Sluiskil entspreche 0,5 Prozent der gesamten CO2-Emissionen in den Niederlanden, Stand 2022, teilt Yara International mit. In den nächsten 15 Jahren will Yara rund zwölf Millionen Tonnen CO2 aus der Produktion in Sluiskil entfernen.  

Yara Sluiskil ist eine der weltweit größten Ammoniak- und Mineraldüngerfabriken. Das Projekt sei Teil der Strategie von Yara, sein Kerngeschäft zu dekarbonisieren. Darüber hinaus erwägt Yara den Aufbau einer großtechnischen Produktion von blauem Ammoniak in den USA mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. In Kombination mit dem flexiblen Geschäftsmodell und der weltweit führenden Position von Yara im Bereich Ammoniak könnten diese Investitionen zur profitablen Dekarbonisierung der Düngemittelproduktion des Unternehmens in Europa beitragen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Investitionen dürften auch zur Diversifizierung der Energieposition von Yara beitragen. Um diesen Veränderungsprozess zu finanzieren, prüft Yara verschiedene Optionen, darunter den Verkauf von Anteilen an YCA, den Verkauf von Vermögenswerten und anderen potenziellen Finanzierungsquellen.       

Northern Lights und Yara bei der Vertragsunterzeichnung in Anwesenheit des norwegischen Energieministers Terje Aasland (links) während der European Hydrogen Week in Brüssel.©Innovation Norway

„Wenn uns der grüne Wandel gelingen soll, brauchen wir starke Partnerschaften und die Unterstützung von Regierungen und der EU. Die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung ist ein wichtiger Teil der Lösung. Gemeinsam werden wir die Treibhausgasemissionen reduzieren und der Veränderung der Branche einen Schritt näher kommen“, sagt Svein Tore Holsether, CEO von Yara International.  

Fakten zur Vereinbarung 

  • Yara Sluiskil wird bei der Ammoniakproduktion jährlich rund 800.000 Tonnen CO2 aus dem Prozessgas abscheiden∞ 
  • Yara wird die Kapazität zur Verflüssigung von Gas erweitern. Das Ziel liegt bei zwölf Millionen Tonnen flüssigem CO2 in den nächsten fünfzehn Jahren bei einem angenommenen Investitionsaufwand von rund 200 Millionen Euro;
  • Northern Lights wird flüssiges Kohlendioxid von Yara Sluiskil in den Niederlanden nach Øygarden in Norwegen transportieren;
  • Flüssiges CO2 wird vorübergehend in Tanks an Land in Øygarden gespeichert, bevor es zur dauerhaften Speicherung über eine Pipeline in ein Salzwasserreservoir 2.600 Meter unter dem Meeresboden in der Nordsee injiziert wird;
  • Das Projekt beginnt im Jahr 2025 und wird fünfzehn Jahre dauern. 

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