Großer Bedarf an Steinen ​​aus dem Stad-Schiffstunnel – kein Abraum auf dem Meeresboden

Kommunen rund um den Schiffstunnel, die Gesteinsmassen aus dem Schiffstunnel verarbeiten wollen.©Kystverket/Multiconsult

Oslo, 13. November 2023. Beim Bau des Stad-Schiffstunnels in Norwegen, dem ersten Tunnel für große Schiffe, fallen etwa 5,4 Millionen Kubikmeter gesprengte Gesteinsmasse an. Bereits jetzt ist die Nachfrage nach den Steinen so groß, dass nicht alle Interessenten berücksichtigt werden können. Gemeinden und Unternehmen rund um den neuen Stad-Schiffstunnel wollen den Abraum für Gewerbeflächen, Hafenanlagen, Erweiterungen von Fabrikgelände, Wasserparks, Hotels und vieles mehr nutzen.

In der Gemeinde Vanylven sollen fünf Annahmestellen für Steinmassen eingerichtet werden, in der Gemeinde Stad sechs und in der Gemeinde Kinn sieben. Darüber hinaus gibt es eine Liste von Reservemaßnahmen in der Gemeinde Sande.

Geplant ist, dass etwa die Hälfte des gesprengten Gesteins in der Nähe des Tunnels, für die Einfahrtsbereiche des Tunnels und für neue kommunale Gewerbegebiete in Kjøde und Lesto verwendet wird. Die andere Hälfte ist für die Entwicklung neuer oder bestehender Häfen und Gewerbegebiete in der Kommune Stad gedacht, teilt die Küstenverwaltung Kystverket mit.
„Leider haben wir nicht genügend Steinmassen für alle Maßnahmen und müssen Prioritäten setzen“, sagt Terje Skjeppestad, Projektmanager für den Stad-Schiffstunnel in der norwegischen Küstenverwaltung. Anfang des kommenden Jahres will die norwegische Küstenverwaltung eine Liste der Empfänger erstellen, die mit Steinen aus dem Schiffstunnel rechnen können.

Bei der Verteilung der Gesteinsmassen müssen bestimmte Anforderungen berücksichtigt werden. So müssen sie beispielsweise mit einem Lastkahn beziehungsweise einem Boot zum Ziel gelangen können, an dem es einen Anlege- und Ankerplatz gibt und Lagerflächen an Land vorhanden sind. Auch betrachtet die Küstenverwaltung den Nutzen des Projekts beispielsweise bezüglich der zu schaffenden Arbeitsplätze und des zukünftigen Seetransports. Ebenso spielen die Transportkosten eine Rolle, teilt die Küstenverwaltung mit.

Die Kommune Stad will in Lesto, in der Nähe des Schiffstunnels, ein neues Geschäftsgebiet errichten. 
Die Maßnahme ist für die norwegische Küstenverwaltung kostensparend, wenn Sie Gesteinsmassen direkt aus dem Schiffstunnel nach Lesto mit Muldenkippern und nicht über das Meer transportieren können.©Illustration Kystverket/Multiconsult

In der ursprünglichen Anordnung an die Küstenbehörde heißt es, dass ein Teil der Gesteinsmassen in der Nähe der Tunnelöffnungen genutzt und der Rest auf dem Meeresboden im Moldefjord abgelagert werden kann. „Wir haben vom Staatsverwalter die Genehmigung erhalten, Gestein im Moldefjord abzulagern, aber eine solche Ablagerung auf dem Meeresboden scheint sowohl uns als auch anderen Akteuren keine besonders gute Lösung zu sein, teilweise wegen des großen Bedarfs an Gestein für neue Gewerbegebiete in der Gegend, womit Synergien aus dem Tunnelprojekt geschaffen werden können“, sagt Projektleiter Skjeppestad.

Die Küstenverwaltung hat vom Ministerium für Handel und Fischerei die Zustimmung für diese Herangehensweise erhalten. In einer Region, in der es an Massen und Gewerbeflächen mangelt, müssten Anstrengungen unternommen werden, um eine neue Verwendung für die Steinmassen des Stad-Schiffstunnels zu finden. Allerdings sei die Verladung von Steinen an Bord von Lastkähnen und der Transport auf dem Seeweg zu Industrieanlagen teuer. Daher sei die norwegische Küstenverwaltung darauf angewiesen, dass die Steine für die beiden Geschäftsgebiete auf Lesto und Kjøde per Muldenkipper direkt aus der Tunnelöffnung transportiert werden können. Dies sei deutlich günstiger als die Umladung auf kleinere Lkw oder Binnenschiffe. Es sei aber schwierig, eine Genehmigung für das Fahren von Lastkraftwagen auf den Kreisstraßen in der Umgebung zu erhalten, da der Verkehr mit Muldenkippern auf norwegischen Straßen grundsätzlich nicht gestattet ist.

„Wir sind im Gespräch mit der norwegischen Straßenverwaltung über eine Ausnahme von den Vorschriften. Wir sind auf den Transport des Abraums auf dem Landweg zu den Geschäftsgebieten in Kjøde und Moldefjorden angewiesen, um Geld zu sparen und die Versorgung für die anderen Maßnahmen sicherzustellen. Letztlich steht uns das genehmigte Entsorgungsgebiet am Grund des Moldefjords zur Verfügung. Doch eine solche Variante bringt keine neuen Geschäftsfelder und Arbeitsplätze und ist eine schlechte Lösung für alle“, sagt Terje Skjeppestad.

Finden Sie hier die Liste der Projekte, für die Steine aus dem Stad-Tunnel verwendet werden sollen.

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