
Oslo, 16. November 2023. In Norwegen tätige Unternehmen im Bereich Öl und Gas haben ihre Investitionsprognosen für das nächste Jahr im Vergleich zur vorherigen Berichterstattung deutlich nach oben korrigiert. Das zeigen aktuelle Zahlen von Statistics Norway (SSB). Die Investitionen in den Pipeline-Transport und die Förderung von Öl und Gas werden für 2024 auf 232 Milliarden NOK geschätzt. Das sind 25,3 Milliarden NOK mehr als im vorherigen Bericht. Die Schätzung der Ölkonzerne für 2023 liegt nun bei 216 Milliarden NOK.
Der Anstieg sei auf höhere Zahlen in der Feldentwicklung zurückzuführen. Dies hänge damit zusammen, dass für einige Entwicklungsprojekte deutlich höhere Kosten gemeldet wurden, als die Betreiber bislang veranschlagt haben, schreibt SSB.
Die Investitionsschätzung der Ölkonzerne für 2023 liegt um 1,4 Prozent über der Schätzung des Vorquartals, zeigen die Statistiken zu Investitionen in Öl und Gas, Industrie, Bergbau und Energieversorgung. Darüber hinaus liegt die Schätzung für 2023 um 23,4 Prozent über der entsprechenden Schätzung für 2022, die im 4. Quartal 2022 abgegeben wurde. Das angezeigte starke Wachstum habe seinen Ursache darin, dass im Dezember vergangenen Jahres eine Vielzahl neuer Feldentwicklungen begonnen wurden. Diese hätten zu diesem Zeitpunkt fast keine Kosten versursacht, in dieses Jahr aber seien erhebliche Investitionen getätigt worden. SSB macht in ihrem Bericht darauf aufmerksam, dass es sich bei den in dieser Statistik erhobenen Investitionszahlen um Zeitwerte handelt. Laut der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung von Statistics Norway betrage das jährliche Wachstum der Investitionspreise in den ersten acht Monaten des Jahres 10,3 Prozent. Das in Festpreisen gemessene Investitionswachstum werde daher deutlich geringer ausfallen als das in dieser Messung angegebene Wachstum der aktuellen Preise.
Im Storting-Steuermaßnahmenpaket, das im Juni 2020 verabschiedet wurde, um der Branche im Zusammenhang mit dem starken Ölpreisverfall zu Beginn der Corona-Pandemie abzuhelfen, wurden alle Entwicklungen, für die vor Ende 2022 ein Produktions- und Entwicklungsplan eingereicht wurde, günstig besteuert. Daher wurden im vergangenen Jahr sehr viele Pläne eingereicht – die meisten davon gegen Ende des Jahres. Das für 2024 angegebene starke Wachstum sei zu einem wesentlichen Teil darauf zurückzuführen, dass diese Produktions- und Entwicklungspläne vor einem Jahr noch nicht in die Zählung einbezogen wurden, nun aber einbezogen sind. Da im nächsten Jahr voraussichtlich nur wenige neue Projekte eingereicht werden, ist es unwahrscheinlich, dass die Schätzungen für 2024 im gleichen Maße steigen wie die Schätzungen für 2023 im vergangenen Jahr. Daher sei das jetzt für 2024 geschätzte Wachstum künstlich hoch und sollte mit Vorsicht interpretiert werden, teilt SSB mit.
Die im November des Anlagejahres abgegebene Jahresschätzung lag in den letzten 21 Jahren durchschnittlich um 2,5 Prozent über den Endinvestitionen, und nur in zwei dieser Jahre lagen die Endinvestitionen im 4. Quartal über der Prognose im 4. Quartal. Insgesamt lässt dies darauf schließen, dass einige der für das 4. Quartal geplanten Investitionen in das nächste Jahr verschoben werden.
Auch in den Bereichen Öl und Gas, Industrie, Bergbaubetrieb und Stromversorgung werden die Investitionen nach Schätzungen der Unternehmen entsprechend einer Umfrage in diesem Jahr um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Der Anstieg ist hauptsächlich auf einen Anstieg der Investitionen im Öl- und Gasbereich zurückzuführen (siehe oben).

Die jüngsten Schätzungen der Unternehmen für die Gesamtinvestitionen im Jahr 2024 gehen von einem Anstieg von etwa 38 Prozent im Vergleich zu den Schätzungen für 2023 aus, die zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres abgegeben wurden. Auch bei den Investitionen in die Stromversorgung wird mit einem Wachstum gerechnet. Industrie-Unternehmen gehen für 2024 von einem Rückgang ihrer Investitionen aus. Allerdings lägen die Schätzung im Vergleich zu den Vorjahren immer noch auf einem hohen Niveau, schreibt SSB.
