Norwegens Kronprinz Haakon eröffnet Andøya Spaceport als Startplatz für Trägerraketen für kleine und mittlere Satelliten

Norwegens Kronprinz Haakon bei der Eröffnung des norwegischen Weltraumbahnhofs.©Andoya Spaceport & Isar Aerospace

Andøya, Norwegen, 2. November 2023. Das Münchner Unternehmen Isar Aerospace will schon bald kleine und mittelgroße Satelliten vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya Spaceport aus in den Erdorbit transportieren. Am 2. November hat Norwegens Kronprinz Haakon Andøya Spaceport offiziell eröffnet. Es handelt sich dabei um den ersten betriebsbereiten orbitalen Weltraumbahnhofs in Kontinentaleuropa. Der Startplatz befindet sich in Nordmela auf der norwegischen Insel Andøya und befindet in der finalen Phase vor der operativen Inbetriebnahme. Isar Aerospace hat exklusiven Zugang zum ersten Startplatz.

Die nächsten Bauschritte am Andøya Spaceport sollen nächstes Jahr mit einem Space Village und insgesamt drei Startrampen beginnen, die bis zu 30 Starts pro Jahr ermöglichen werden. Der neue Weltraumbahnhof auf Andøya wird es Trägerraketen ermöglichen, kleine Satelliten in polare und sonnensynchrone Umlaufbahnen um die Erde zu befördern. 

„Die Aktivität hier wird uns helfen, zu überwachen, zu analysieren und zu verstehen. Wir können wichtige Erkenntnisse gewinnen und gemeinsam bessere Lösungen für alle finden“, sagte Kronprinz Haakon bei der Eröffnung des Andøya-Weltraumhafens.

Die Eröffnung des norwegischen Weltraumbahnhofs Andøya Spaceport markiere den Beginn einer neuen Ära für Norwegen. Der Weltraumhafen sei ein strategischer Schritt, den Norwegen als Nation unternimmt, um eine stärkere Position in der Raumfahrtindustrie einzunehmen. Die Satellitenindustrie sei nicht nur ein entscheidender Faktor bei der Bewältigung nationaler und internationaler Herausforderungen, sondern auch ein Katalysator für Innovation und Wirtschaftswachstum, heißt es in einer Pressemitteilung des norwegischen Königshauses. Mit einem Weltraumbahnhof sei Norwegen eines der ganz wenigen Länder, das Satelliten von seinem eigenen Territorium aus starten kann. Bei der Investition in den Weltraumbahnhof gehe es darum, neue Möglichkeiten sowohl für Norwegen heute als auch für die nächste Generation zu schaffen.

„Norwegen, die Region Andøya und Isar Aerospace machen heute gemeinsam einen großen Schritt in Richtung Weltraum. In den letzten fünf Jahren haben wir eine Trägerrakete gebaut, die dabei helfen wird, den größten Engpass in der europäischen Raumfahrtindustrie zu beheben – souveränen und wettbewerbsfähigen Zugang zum Weltraum. Gemeinsam mit Andøya Spaceport hat unser Team eine herausragende Ingenieursleistung erbracht: wir haben den ersten orbitalen Startplatz in Kontinentaleuropa gebaut. Er wird nicht nur Norwegen, sondern damit auch Europa Zugang zum Weltraum verschaffen. Für Isar Aerospace bedeutet das, wir beschreiten nun die letzte Phase unseres Wegs zum ersten Testflug. Für Europa bedeutet es vielmehr, den Weltraum als essentielle Plattform für zukünftige Technologien und Wettbewerbsfähigkeit nutzbar zu machen“, erklärt Daniel Metzler, CEO und Mitgründer von Isar Aerospace.

Der Startplatz von Isar Aerospace sei auf die individuellen Anforderungen des Unternehmens zugeschnitten und schließe die Infrastruktur für die Nutzlastintegration sowie ein Kontrollzentrum ein, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Andøya Space und Isar Aerospace. Somit verfüge Isar Aerospace über ein Set-up, das dem Unternehmen und seinen Kunden größtmögliche Flexibilität und Planungssicherheit biete, um kleine und mittelgroße Satelliten in den Erdorbit zu transportieren. Der Startplatz ermögliche auch die Durchführung finaler Tests der zweistufigen Trägerrakete Spectrum vor dem ersten Testflug.

Illustration des Weltraumbahnhofes Adoya Spaceport.©Andøya Space

Andøya Space hat eine lange Geschichte im Bereich der suborbitalen Raketenstarts. Seit dem ersten Start einer zivilen, suborbitalen Forschungsrakete im Jahr 1962 wurden auf Andøya rund 1.200 Starts von Höhenforschungsraketen und Langzeitballons durchgeführt. Mit dem anstehenden ersten Testflug der Spectrum Trägerrakete von Isar Aerospace wird Andøya Spaceport zum ersten operativen orbitalen Weltraumbahnhof Kontinentaleuropas. Durch die Nähe zum Nordpol und dank seiner Küstenlage kann Andøya Spaceport Starts zu stark retrograden Umlaufbahnneigungen anbieten. Diese sind besonders gut für sonnensynchrone und polare Umlaufbahnen geeignet und durch ein begrenztes Angebot an zwei möglichen Startplätzen global stark nachgefragt.

„Die Eröffnung des Spaceports auf der Insel Andøya ist ein wichtiger Meilenstein für die norwegische und für die europäische Raumfahrtindustrie und unsere Partnerschaft mit Isar Aerospace: wir ermöglichen, dass die ersten Satellitenstarts von europäischem Boden aus in Andøya erfolgen. Die Anwesenheit des norwegischen Kronprinzen Haakon bei der heutigen Eröffnung unterstreicht die Bedeutung unseres Vorhabens und gibt uns eine Vorreiterrolle in der europäischen NewSpace-Raumfahrtindustrie“, erklärt Ingun Berget, Präsidentin von Andøya Spaceport.

Isar Aerospace befindet sich in der finalen Phase der Vorbereitungen für den ersten Testflug der Spectrum Trägerrakete: Nach Abschluss der Systemdesigns der Trägerrakete werden derzeit alle Teile der Rakete für den Erstflug produziert, einschließlich der Triebwerke. Die Raketenstufen müssen dann Abnahmeprüfungen durchlaufen – eine Reihe von Tests, die sicherstellen, dass die Systeme der Trägerrakete alle notwendigen Anforderungen erfüllen. Isar Aerospace bietet die erste rein privat-finanzierte europäische Trägerrakete, die die wachsende Nachfrage für den Transport von kleinen und mittleren Satelliten in den Weltraum bedienen kann. Das gründergeführte Unternehmen erbringt nahezu die gesamte Wertschöpfung inhouse, inklusive eigener Antriebssysteme, Avionik, Software und Strukturen. Die Spectrum Trägerrakete wird auch eine völlig neue Treibstoffkombination verwenden, die die Emissionen im Vergleich zu klassischen Trägerraketen erheblich reduziert . Mit einem pragmatischen Engineering-Ansatz, einer stark automatisierten Produktion und einem effizienten Design werde Isar Aerospace die Kosten von Raketenstarts erheblich reduzieren. Durch die Bereitstellung der ersten wettbewerbsfähigen Startlösung in und aus Europa will Isar Aerospace in den kommenden Jahren ein wichtiger Akteur für Europas notwendiger Raumfahrtoffensive sein.

Isar Aerospace mit Sitz in Ottobrunn/München entwickelt und baut Trägerraketen für den Transport von kleinen und mittleren Satelliten sowie Satellitenkonstellationen in die Erdumlaufbahn. Das Unternehmen wurde 2018 als Spin-off der Technischen Universität München gegründet. Seitdem ist es auf über 300 Mitarbeiter aus mehr als 40 Nationen angewachsen, die sowohl über langjähriges praktisches Raketen Know-how als auch über Erfahrungen in anderen High-Tech-Branchen verfügen.

Andøya Spaceport ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Andøya Space, die über sechzig Jahre Erfahrung in der Raumfahrtindustrie hat. Andøya Spaceport konzentriert sich auf die Bereitstellung von Startplätzen und damit verbundenen Dienstleistungen für Unternehmen, die kleine bis mittelgroße Satelliten in polare und sonnensynchrone Umlaufbahnen bringen wollen. Der Weltraumbahnhof Andøya verfügt über ein komplettes Instrumentarium, einschließlich Verfolgungsradar, Telemetrie und bodengestützte Flugabbruchsysteme.

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