Analyse des Norsk Romsenter: Norwegische Raumfahrtindustrie international wettbewerbsfähig

Norwegen vom Weltraum aus gesehen. Die Raumfahrtbranche ist mit einer Exportquote von 81 Prozent eine bedeutende Exportindustrie.© Norsk Romsenter

Oslo, 24. Oktober 2023. Der norwegische Raumfahrtsektor schafft im ganzen Land Arbeitsplätze und ist eine High-Tech-Exportindustrie, an der mehrere Wirtschaftsbereiche beteiligt sind. Das ist das Ergebnis einer erstmals durchgeführten Analyse des norwegischen Raumfahrtzentrum Norsk Romsenter mit Unterstützung der Consulting-Firma Oslo Economics zu Schlüsselzahlen der norwegischen Raumfahrtindustrie. Die Branche beschäftigt 2.700 Mitarbeiter in 138 Unternehmen und erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von 11,7 Milliarden NOK. Elf Milliarden NOK realisieren kommerzielle Akteure und 700 Millionen NOK Universitäten, Institute und anderen staatliche oder kommunale Einrichtungen.

„2.700 Mitarbeiter in einer High-Tech-Branche sind in einem kleinen Land wie Norwegen spürbar. „Die Verbreitung in fast allen Landkreisen und die Lage sowohl innerhalb als auch außerhalb der Städte, mit einer guten Anzahl von Arbeitsplätzen in Nordnorwegen, machen die Raumfahrtindustrie zu etwas, das das ganze Land einbezieht“, sagt Mari Eldholm, leitende Beraterin für Analyse und Studien bei der norwegischen Raumfahrtbehörde Norsk Romsenter.

Im kommenden Jahr sollen vom Weltraumbahnhof Andøya aus kleine Satelliten in den Weltraum gebracht werden. Damit könnte sich die Zahl der norwegischen Satelliten im Orbit verdoppeln.©Norsk Romsenter

Mehr als die Hälfte der Akteure in der norwegischen Raumfahrtindustrie sind kleine und mittlere Unternehmen, aber 71 Prozent der Wirtschaftstätigkeit fallen auf fünf Unternehmen. 

„Angesichts der zunehmenden norwegischen Ambitionen auf diesem Gebiet, beispielsweise in Form einer nationalen Wertschöpfungskette für Kleinsatelliten, eines norwegischen Weltraumbahnhofs und eines zunehmenden Verständnisses für den Nutzen von Satellitendaten, wird es spannend sein, sie in den kommenden Jahren zu verfolgen“, so Eldholm.

Die norwegische Raumfahrtindustrie umfasst sowohl Zulieferungen für Raumfahrtsysteme und Bodensysteme als auch Lieferungen von Produkten und Dienstleistungen, die auf den Raumfahrtsystemen und Daten basieren.

76 Prozent der Wirtschaftstätigkeit des norwegischen Raumfahrtsektors besteht aus nachgelagerten Aktivitäten, wobei die Telekommunikation den größten Teil ausmacht.

Die norwegische Raumfahrtindustrie hat entsprechend der Analyse eine geschätzte Exportquote von 81 Prozent. Sie exportiert kommerzielle Güter und Dienstleistungen im Wert von 8,9 Milliarden NOK pro Jahr. Dies zeige, dass norwegische Raumfahrtunternehmen international wettbewerbsfähig sind, erklärt Eldhom.

Norwegen verfügt über insgesamt 19 Satelliten und startete 1.205 Höhenforschungsraketen. Die sowohl großen als auch kleinen norwegischen Satelliten stammen von öffentlichen Behörden, privaten Unternehmen und Universitäten. Damit gehört das Land zu den mittelgroßen Raumfahrtnationen. Im kommenden Jahr sollen vom Weltraumbahnhof Andøya aus kleine Satelliten in den Weltraum gebracht werden. Damit könne sich die Zahl der norwegischen Satelliten im Orbit verdoppeln, heißt es in dem Bericht.

Orbit NTNU ist eine Organisation für weltrauminteressierte Studenten der Technischen Universität Trondheim, NTNU, die ihre eigenen Satelliten bauen.©Orbit NTNU

Schüler und Studenten sind in Norwegen stark in die Weltraumforschung einbezogen. Unter anderem aus der Organisation Space Generation Advisory Countil, in der weltrauminteressierende Studenten aktiv sind, werden zahlreiche Fachkräfte für die Raumfahrtbranche akquiriert.

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