Arbeitsgruppe Wasserstoff der AHK Norwegen vermisst im Staatshaushalt 2024 deutliches Signal für Wasserstoff

Thorsten Herbert, Sprecher der Wasserstoff-Arbeitsgruppe der Deutsch-Norwegischen Handelskammer©AHK Norwegen

Oslo, 17. Oktober 2023. Der veröffentlichte Vorschlag des Staatsbudgets 2024 hat in der Wasserstoffbranche für Enttäuschung gesorgt. Die norwegische Regierung habe, entgegen der Aufforderung durch das Parlament, keine Vorkehrungen für ein nationales Konzept zu Differenzverträgen getroffen. Sowohl aus Sicht der Industrie als auch laut einer von der Regierung beauftragten Studie, wäre dies ein vielversprechendes Instrument gewesen, um dem Aufbau eines heimischen Wasserstoffmarktes den nötigen Schub zu geben, teilt die Deutsch-Norwegische Handelskammer mit. Aus Sicht der Arbeitsgruppe Wasserstoff der Deutsch-Norwegische Handelskammer fehlt hier ein deutliches Signal, sowohl für die norwegische als auch für die deutsche Branche.  

„Die Unterstützung des Aufbaus eines norwegischen Wasserstoffmarktes und der dazugehörigen Wertschöpfungskette durch den Anstoß erster, größerer Industrieprojekte ist ein notwendiger Schritt, um zukünftig internationale Energiepartnerschaften bedienen zu können. Das Norwegen an dieser Stelle keine Initiative ergreift, wird sich auch auf die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen auswirken,“ erklärt Thorsten Herbert, Sprecher der Wasserstoff-Arbeitsgruppe der Deutsch-Norwegischen Handelskammer. 

In ganz Europa werde aktuell mit Hochdruck daran gearbeitet, einen Wasserstoffmarkt zu etablieren. Dafür sei der Ausbau der Infrastruktur unerlässlich. Norwegen sei der wichtigste Partner für Deutschland, wenn es um eine zuverlässige Energieversorgung geht. Für diese Rolle biete sich Norwegen auch im Bereich des Wasserstoffes an. So seien die bisherigen Pläne vom Ausbau der Infrastruktur, eng an eine entsprechende Produktionsmenge von Wasserstoff in Norwegen angelehnt. Norwegen nehme bereits heute in der deutschen Wasserstoffstrategie eine prominente Rolle ein. Um die Rolle als zuverlässigen Partner ausfüllen zu können, brauche die nationale Branche jedoch finanzielle Unterstützung seitens der Regierung.  

„Die Regierung muss das nationale Konzept zu Differenzverträgen jetzt umsetzen und damit die eigenen Ambitionen als verlässlichen Partner untermauern. Es ist gut, dass Norwegen die EU-Wasserstoff-Bank stützt. Aber auch nationale Maßnahmen wären wichtig, da die europäischen Mittel, beispielsweise im Rahmen der Pilotauktion der EU-Wasserstoff-Bank, sehr limitiert sind“, so Herbert weiter. 

Zur Arbeitsgruppe

Die AHK Norwegen hat verschiedene Arbeitsgruppen gegründet, die sich spezifisch mit einzelnen Branchen auseinandersetzen. Die Arbeitsgruppe Wasserstoff setzt sich aus derzeit rund 20 Experten der deutschen und norwegischen Wirtschaft zusammen. Sie bietet eine Plattform, um deutsch-norwegische Zusammenarbeit zu fördern.


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