Innovation Norway beunruhigt: Norwegen mit großen Exportambitionen, aber geringen Ressourcen

Von der Exportkonferenz 2023. Innovation Norway, Eksfin und der Industrieminister zusammen mit dem Gewinner des Exportpreises und Newcomer des Jahres.©Kilian Munch

Oslo, 6. Oktober 2023. Norwegens Wirtschaftsförderagentur Innovation Norway sieht die Exportförderung des Landes kritisch. „Wir sind besorgt darüber, dass den immer höheren Exportambitionen keine Ressourcen zur Unterstützung norwegischer Unternehmen auf internationalen Märkten folgen. Wir wissen, dass Unternehmen von einer solchen Unterstützung profitieren und dass sie in Form von Verträgen zwischen ausländischen Käufern und norwegischen Lieferanten Wirkung zeigt. Die Aufgabe, die norwegischen Exporte zu steigern, wird außerhalb, in der Welt erledigt, nicht hier zu Hause“, erklärt Håkon Haugli, CEO von Innovation Norway. Immer weniger Menschen seien in Norwegen im Bereich der Exportförderung beschäftigt. Gleichzeitig hätten die Nachbarländer ihre Anstrengungen verstärkt, heißt es in einer Pressemitteilung. Das beunruhige Innovation Norway.

Mit der Exportreform „Ganz Norwegen exportiert“ will die Regierung die Exporte außerhalb von Öl und Gasindustrie bis 2030 um 50 Prozent steigern, unter anderem durch die Einrichtung strategischer Exportförderungsinitiativen. Bisher wurden nur zwei davon initiiert, und zwar im Bereich Offshore-Windkraft und grüne maritime Industrie. Zusammengenommen führten diese und die geplanten Investitionen zwar zu einer Kapazitätserweiterung im Außenbereich, die allgemeinen Kürzungen der Ressourcen würden jedoch größer ausfallen. Der Gesamteffekt sei somit eine fortgesetzte Abwärtskurve, teilt Innovation Norway mit.

Innovation Norway ist in Norwegen unter anderem für die Handelsförderung zuständig. In diesem Bereich gibt es Auslandsbüros mit festangestellten Mitarbeitern, die norwegische Unternehmen auf den wichtigsten internationalen Märkten unterstützen. Mit der Zeit nimmt die Präsenz Norwegens im Ausland im Bereich Handelsförderung aber ab. Sowohl im Vergleich zur Situation vor zehn Jahren als auch im Vergleich zu den Ressourcen, die die Nachbarländer zur Unterstützung ihrer Unternehmen nutzen, sei Norwegen international nur schwach vertreten. „Vor zehn Jahren waren wir 210 Exporthelfer auf wichtigen, internationalen Märkten für norwegische Exporte. Dieses Jahr sind wir 100 weniger“, bestätigt Håkon Haugli, CEO von Innovation Norway. „Wir wissen, dass die Dienstleistungen Ergebnisse bringen. In den Kundenbefragungen von Innovation Norway antworten über 50 Prozent unserer Kunden, dass das Fehlen eines strategischen Partners in den relevanten Märkten ein Exporthindernis darstellt. Ohne Verträge zwischen norwegischen Lieferanten und ausländischen Käufern wird es keine neuen Exporte geben.“

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