33 Umweltorganisationen fordern Rücktritt des norwegischen Premierministers als Leiter des UN-Ocean Panels

Am 2. Oktober veranstalteten über 30 Organisationen in 19 Ländern einen internationalen Aktionstag gegen den Abbau von Bodenschätzen auf dem Meeresboden.©Rasmus Madsen Berg/Natur og Ungdom

Oslo, 2. Otkober 2023. Über 22 internationale und elf norwegische Umweltorganisationen haben in einem Brief an den norwegischen Premierministers Jonas Gahr Støre dessen Rücktritt als Co-Vorsitzender des hochrangigen Gremiums für eine nachhaltige Meereswirtschaft (Ocean Panel) gefordert, sollte Norwegen nicht Abstand vom geplanten Abbau von Rohstoffen auf dem Meeresboden nehmen und den Eröffnungsprozess für den Abbau von Mineralien in der Tiefsee nicht stoppen. Im Juni dieses Jahres hat die norwegische Regierung vorgeschlagen, Teile des norwegischen Festlandsockels für den kommerzielle Abbau von Meeresbodenmineralien zu öffnen. Dagegen fanden am 2. Oktober Demonstrationen vor norwegischen Botschaften in 19 Ländern statt, unter anderem auch vor der norwegischen Botschaft in Berlin. Zudem wurde vor dem norwegischen Parlament Storting demonstriert.

Jonas Gahr Støre leitet zusammen mit dem Präsidenten von Palau das High Level Panel for a Sustainable Ocean Economy, Ocean Panel, der Vereinten Nationen. Støre hat dieses Amt von seiner Vorgängerin Erna Solberg übernommen. Hier arbeiten Politiker aus 17 Ländern zum Schutz der Meere zusammen. Zur UN-Generalversammlung im September in New York trafen sich die Premierminister der 17 Mitgliedsstaaten und gaben ein gemeinsames Kommuniqué heraus, in dem sie sich für ein stärkeres Engagement für den Schutz der Meere aussprechen.

Durch das Ocean Panel habe sich Norwegen dazu verpflichtet, „die Gesundheit des Ozeans zu schützen und wiederherzustellen“, den Ozean „zu 100 Prozent nachhaltig“ zu bewirtschaften und „die Gesundheit und den Wohlstand des Ozeans für künftige Generationen sicherzustellen“, schreibt die norwegische Umweltorganisation Natur og Ungdom auf ihrer Website. Die Aktivisten und Organisationen seien der Ansicht, dass der Bergbau auf dem Meeresboden einen Verstoß gegen diese Verpflichtungen und mehrere Empfehlungen und Grundprinzipien des Marine Panel darstellt. Sie würden auch glauben, dass der Ruf Norwegens nun in Gefahr ist und dass die große internationale Welle der Kritik sowohl für die Regierung als auch für die norwegische Bevölkerung ein Weckruf sein sollte. In dem Brief schreiben sie, dass es für Støre noch nicht zu spät sei, seiner Verantwortung im Ocean Panel gerecht zu werden und Norwegen als führendes Land im wachsenden Widerstand gegen den Bergbau auf dem Meeresboden zu etablieren. „Wir fordern Sie dringend auf, einen Schritt zurückzutreten, dieses zerstörerische Geschäft zu untersagen und ein globales Moratorium bezüglich des Tiefseebergbaus zu unterstützen. Sofern die norwegische Regierung den Öffnungsprozess nicht stoppt, glauben wir, dass Norwegen als Vorsitzender des Ocean Panel zurücktreten sollte.“

Zu den internationalen Organisationen, die den Rücktritt von Støre als Leiter des Meeresgremiums fordern, wenn Norwegen in Sachen Bergbau auf dem Meeresboden keine Kehrtwende macht, gehören Greenpeace und WWF, zwei der größten Umweltorganisationen der Welt, sowie die norwegische Organisation Nature and Youth.

Das norwegische Erdöldirektorat (OD) hat eine Ressourcenbewertung der Meeresbodenmineralien auf dem norwegischen Festlandsockel erstellt. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass große Ressourcen zur Verfügung stehen. Bei einigen Metallen würden die Bodenschätze einem langjährigen weltweiten Verbrauch entsprechen.

Folgende Organisationen haben den Brief an Jonas Gahr Støre unterzeichnet:
AbibiNsroma Foundation, The Blue Climate Initiative, Civil Society Forum of Tonga, Deep Sea Mining Campaign, Deep Sea Conservation Coalition, Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM), Ecologistas en Acción, Environmental Justice Foundation , Greenpeace, Kiwis Against Seabed Mining (KASM), #LookDown, Oceans North, Sciaena, Seas At Risk, SeaLegacy, Sharkproject, Sustainable Ocean Alliance, Te Ipukarea Society, Tonga National Youth Congress, Tuvalu Climate Action Network (TuCAN), Women4Oceans, WWF International, Bellona Foundation, Besteroldrenes Klimaschutz, BirdLife Norwegen, ForUM, Die Zukunft in unseren Händen, Natur und Jugend, der norwegische Naturschutzverband, Sabima, Spire, World Saving Hustle und WWF World’s Nature Fund.

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