Österreichs Bundeskanzler zum Arbeitsbesuch in Norwegen

Bundeskanzler Karl Nehammer (r.) informierte sich in der Müllverbrennungsanlage Klemetsrud über das Projekt Langskip. Bei CCS müsse Österreich seine Hausaufgaben machen, sagte der Kanzler.©Dragan Tatic

Oslo, 27. September 2023. Bei einem Arbeitsbesuch des österreichischen Bundeskanzlers Karl Nehammer in Norwegen standen Energiefragen und Klimapolitik im Mittelpunkt. Premierminister Jonas Gahr Støre traf am 27. September in Oslo mit dem österreichischen Bundeskanzler zusammen. Neben Energiefragen und grüner Wandel sprachen die beiden Politiker auch über die europäische Sicherheit.

An dem Treffen nahmen auch Industrieminister Jan Christian Vestre und der österreichische Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher teil. „Ich habe wiederholt, dass Norwegen weiterhin ein stabiler Gaslieferant für Europa sein wird, während wir gleichzeitig neue erneuerbare Industrien in den Bereichen Offshore-Windkraft, Wasserstoff- und Kohlenstoffabscheidung und -speicherung entwickeln“, sagte Premierminister Jonas Gahr Støre.

Pressekonferenz des österreichischen Bundeskanzler Karl Nehammer und Premierminister Jonas Gahr Støre nach ihren Gesprächen in Oslo.©Kaja Schill Godager / Büro des Premierministers

Auch die europäische Sicherheit und der Krieg in der Ukraine standen auf der Tagesordnung. Sowohl Österreich als auch Norwegen leisten humanitäre und zivile Unterstützung für die Ukraine.

Bundeskanzler Karl Nehammer betonte, dass Österreich die Abhängigkeit von russischem Gas reduzieren wolle. Er bedankte sich bei Norwegen mit den Worten: „Norwegen war ein treuer und starker Freund für Österreich und die Europäische Union und hat in der Krise mit der Erhöhung der norwegischen Gasproduktion hier tatsächlich Abhilfe geschaffen“.

Während des Besuches wurde ein neuer langfristiger Gas-Liefervertrag zwischen dem norwegischen Energiekonzern Equinor und dem norwegischen Energieunternehmen OMV unterzeichnet. „Wir dürfen, wenn es um die Transformation und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern geht, nicht die Augen verschließen: Wir werden Gas als Brückentechnologie brauchen“, unterstrich der Kanzler. Dafür müssten in der EU aber auch die Pipelinekapazitäten weiter ausgebaut werden, forderte Karl Nehammer.

Österreichs Wirtschaftsdelegation mit Bundesminister Martin Kocher (3.v.l.) beim Business Round Table in Oslo ©Dragan Tatic

Bei der grünen Transformation sei Norwegen ein Vorbild, so der Kanzler. Man könne von Norwegen auch lernen, „dass wir technologieoffen und forschungsfreundlich werden. Bei der Abspaltung und unterirdischen Lagerung von CO2 könne Norwegen ein wichtiger Partner sein, aber es sei notwendig, dass „Österreich auch seine Hausaufgaben macht“. Niehammer besuchte unter anderem das Müllverbrennungswerk Klemetsrud, das in das Pilotprojekt Langskip der norwegischen Regierung zur Abspaltung und Lagerung von Kohlendioxid eingebunden ist.

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